El Salvador |

Erzbischof Romero bald seligsprechen

San Salvador. Die Bischöfe El Salvadors setzen sich für eine baldige Seligsprechung des 1980 ermordeten Erzbischofs Oscar Romero ein. Einem Bericht der Tageszeitung "El Economista" zufolge schrieben sie an Papst Benedikt XVI. und baten um einen baldigen Abschluss des Verfahrens. "Es war eine wichtige Entscheidung der Bischöfe, einen Brief an den Heiligen Vater zu schicken, um die Interessen unserer Geistlichen auszudrücken", zitiert das Blatt den Weihbischof von San Salvador, Gregorio Rosa Chavez.

Am Wochenende hatte Hauptstadt-Erzbischof Jose Luis Escobar Alas angekündigt, die katholische Kirche werde zum 30. Jahrestag der Ermordung Romeros zahlreiche Gedenkveranstaltungen durchführen. Den Auftakt bildet demnach am 20. März ein Gedenkgottesdienst in der Kathedrale von San Salvador.

Romero, Erzbischof von San Salvador, wurde 1980 während eines Gottesdienstes ermordet. Für seine Anklagen gegen Unterdrückung und Ausbeutung und als Verfechter einer Option für die Armen war er weit über Mittelamerika hinaus bekanntgeworden. Die Hintergründe des Mordes sind bis heute nicht vollständig aufgeklärt; die mutmaßlichen Drahtzieher wurden nicht verurteilt. Papst Johannes Paul II. besuchte 1996 Romeros Grab in der Kathedrale von San Salvador. Für den Erzbischof läuft ein Seligsprechungsprozess bei der zuständigen Kongregation in Rom.

Nach Erkenntnissen einer unabhängigen Wahrheitskommission, die sich um die Aufklärung von Verbrechen während des Bürgerkrieges in El Salvador bemüht, war Roberto D´Aubuisson geistiger Urheber des Mordes. D´Aubuisson war Major der salvadorianischen Armee und Chef der Todesschwadronen. Später gründete er die rechtskonservative ARENA-Partei. Der ehemalige Präsidentschaftskandidat starb 1992 an einer Krebserkrankung.

Quelle: kna