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Erster Quechua-Muttersprachler mit Stipendium an einer US-Eliteuniversität

Nico Suárez-Guerrero kommt aus den peruanischen Anden, seine Muttersprache ist Quechua - und er arbeitet als Sprachassistent an der Eliteuniversität von Pennsylvania. Er ist der erste Quechua- Sprecher, der es mit einem Stipendium an eine US-Eliteuniversität geschafft hat. Im Moment ist er sogar der einzige Quechua-Muttersprachler an einer Universität in den ganzen USA.  

Nico Suárez-Guerrero ist Doktorand an der renommierten University of Pennsylvania in Philadelphia. Sie ist eine der acht Eliteunis der USA, die zur Ivy League zählen. Suárez-Guerrero ist der erste Quechua-Muttersprachler, der es an eine dieser Universitäten geschafft hat.

Die Universität in Philadelphia bietet ein Studienprogramm an, das sich mit der indigenen Sprache und Kultur der Quechua auseinandersetzt - in den gesamten Vereinigten Staaten gibt es nur sechs Lehrangebote dieser Art. Das Programm an der University of Pennsylvania feiert 2020 bereits sein fünfjähriges Jubiläum. Es gehört zum Penn Language Center, das sich zum Ziel gesetzt hat, indigene Kulturen am Campus sichtbarer zu machen. Es finden hier Konferenzen und Kulturveranstaltungen statt und es wird der Día de los Pueblos Indígenas zelebriert – ein internationaler Tag, der auf den Respekt und den Schutz gegenüber indigenen Kulturen aufmerksam machen soll.

Quechua in Amerika meist gesprochene indigene Sprache

Nico Suárez-Guerrero unterrichtet die auf dem amerikanischen Kontinent am weitesten verbreitetste indigene Sprache. Quechua sprechen etwa acht bis zehn Millionen Menschen fließend - vor allem in den andinen Gebieten Südamerikas. Doch an der University of Pennsylvania geht nicht nur um das Erlernen von Sprache, sondern auch um den kulturellen Austausch. Suárez-Guerreros Kommilitonen können von ihm etwa erfahren, wie die Völker in den Anden typische Gerichte zubereiten.

Américo Mendoza–Mori, Dozent für Quechua und Spanisch an der University of Pennsylvania, erklärt, Quechua erhalte hier den Respekt und den Raum, den die Sprache verdiene. Américo Mendoza–Mori bedauert, dass Indigenität häufig als eine Sache der Vergangenheit angesehen werde, die es seiner Meinung nach jedoch weiterhin zu erforschen gelte.

Michael Jackson-Hit auf Quechua

Quechua erlebte in den letzten Jahren einen Aufschwung: Erst im Oktober 2019 hat die Studentin Roxana Quispe Collantes an der Universidad de San Marcos in Lima erstmals eine Doktorarbeit vollständig auf Quechua verteidigt. Der Hörsaal war voll besetzt, und Roxana Quispe Collantes erhielt die Bestnote.

Auch in der Popkultur hat Quechua ein Ausrufezeichen gesetzt: Die Sängerin Renata Flores erlangte mit einer Quechua-Version des Michael Jackson-Hits „The Way You Make Me Feel“  auf YouTube internationale Bekanntheit. Und im US-Spielfilm „Dora and the Lost City of Gold“ ist ein Dialog auf Quechua enthalten - Américo Mendoza–Mori trug als kultureller Berater seinen Teil dazu bei.

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