Kolumbien |

Erste Prothesen-Fußballmannschaft gegründet

Kinder spielen in Peru Fußball. (Symbolfoto: Adveniat/Martin Steffen)

In Kolumbien wurde die weltweit erste Fußballmannschaft gegründet, die sich ausschließlich aus Spielern zusammensetzt, die Opfer von Anti-Personen-Minen geworden sind. Wie das „Nationale Zentrum für historisches Gedenken“ (CNMH) am Dienstag, den 9. April 2019 auf seiner Webseite mitteilt, spielen in dem Team aktive und ehemalige Mitglieder der Streitkräfte, Polizei, FARC-Guerilla und rechten Paramilitärs. 

Im Gegensatz zu Fußball mit Krücken, wo es bereits zu zwei Weltmeisterschaften und zwei Lateinamerika-Meisterschaften kam, spielen beim Prothesen-Fußball Sportler mit mindestens einem amputierten Bein, „mindestens zehn Zentimeter unter dem Knie“, informiert das CNMH. Bei einer Amputation oberhalb des Knies sei das Spiel „sowohl für den Spieler wie für die gegnerische Mannschaft zu gefährlich“, erklärt einer der Begründer des Teams, Alexander Vargas.

Nach der Anerkennung des Prothesen-Fußballs durch Kolumbiens Nationalen Fußballverband für Personen mit körperlichen Einschränkungen (CFAC) soll im Jahr 2020 die erste Prothesen-Fußball-WM der Welt ausgerichtet werden. In Kolumbien gelten 11.475 Menschen, Todesopfer wie Überlebende, als Opfer von Anti-Personenminen. Weltweit sind laut der Organisation „Handicap International“ insgesamt 60 Länder und Territorien durch Minen und andere explosive Kriegsreste verseucht. 2017 wurden laut „Landminenmonitor 2018“ mindestens 7.239 Menschen durch diese Waffen getötet oder verletzt. (bb)

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