Haiti |

Erneuter Ausbruch der Cholera befürchtet

Nach Zahlen des haitianischen Gesundheitsministeriums sind in den vergangenen sieben Monaten mehr als 5.300 Menschen der Cholera zum Opfer gefallen. Zwischen Oktober 2010 und dem 10. Mai 2011 seien aufgrend einer Infektion mit dem gefährlichen Virus rund 162.000 Menschen in Krankenhäuser eingeliefert worden.

Hygienebedingungen unverändert schlecht

Am vergangenen 20. Mai warnte die Panamerikanische Gesundheitsorganisation (PAHO) vor einem erneuten Ausbruch zu Beginn der Regenzeit. Die Organisation unterstrich, dass mit Fäkalien verseuchtes Wasser und kontaminierte Lebensmittel die Ursache für Cholera seien. Daher sei es dringend erforderlich, die Wasserversorgung und das Abwasserssystem zu verbessern. Allerdings “seien derartige Vorhaben für die ärmsten Bevölkerungsgruppen der Region wenig realistisch", so die PAHO.

Obwohl Haiti das ärmste Land auf dem amerikanischen Kontinent ist, war die Cholera dort ausgemerzt worden und seit rund 100 Jahren nicht mehr ausgebrochen. Inzwischen erhärten sich die Vorwürfe, dass UN-Hilfstruppen, die nach dem Erdbeben ins Land kamen, den Erreger erneut eingeschleppt haben.

UNO: Erreger zuerst bei Nepalesischen UN-Hilfstruppen aufgetaucht

Anfang Mai hatte die UNO einen Bericht veröffentlicht in dem bestätigt wird, dass der Erreger aus dem asiatischen Raum stamme und die Verseuchung dort begonnen habe, wo nepalesische UN-Hilfstruppen stationiert waren. Die sanitären Bedingungen dort seien unzureichend gewesen, weswegen der Fluss Artibonite mit dem Erreger kontaminiert worden sei, heißt es in dem UN-Bericht, der eine direkte Beschuldigung der nepalesischen Truppen jedoch vermeidet. (bh)

Quelle: Adital