Bolivien |

Erneute Waldbrände

Bolivien brennt wieder. Die seit wenigen Tagen neu aufgeflammten Waldbrände im Tiefland bedrohen vor allem die Indigenen der Region. »Moxos befindet sich im Ausnahmezustand«, alarmierte am Mittwoch die Präsidentin der Indigenen Gebietsverwaltung Mojeño Ignaciono TIMI, Berta Vejarano Congo.

Die Schäden der immer stärker werdenden Waldbrände würden »schwerwiegende soziale und wirtschaftliche Folgen« verursachen, so Vejarano gegenüber dem lokalen Radiosender Mátire. Mindestens 250 Familien in sechs Gemeinden seien derzeit von den Flammen eingekreist. Ihr gefährdetes Hab und Gut hätten die Bewohner gerade noch auf die Fußballfelder der Dörfer retten können, wo sie aus Angst vor dem Herannahenden Feuer auch die Nächte unter freiem Himmel verbringen.

Die Provinz San Ignacio de Moxo im bolivianischen Tiefland liegt in der Moxos-Ebene, mit 110.000 km² eines der größten Feuchtgebiete der Welt. 82 Prozent der knapp 25 000 Bewohner bezeichnen sich als indigen. Ihre Lebensgrundlage hängt hauptsächlich von der Land- und Waldwirtschaft ab, sowie dem Anbau von Früchten, der Jagd und dem Fischfang. Diese traditionelle Lebensform sei von den Bränden »in besonders hohem Maße« betroffen, so die TIMI-Repräsentantin. Insbesondere das Savannenland fängt in der Dürrezeit von Mai bis September immer wieder Feuer. (bb)