Mexiko |

Erneut Journalistin verschwunden

Erneut ist eine Journalistin in Mexiko gewaltsam entführt worden. Die Mexikanerin Zoila Edith Márquez Chiuaus Zacatecas gilt seit Samstag, den 7. Dezember, als vermisst. Sie war gegen Nachmittag in ihrem Auto unterwegs zu einem Videoverleih in der Landeshauptstadt, als nach Angaben der Zeitung La Jornada vier schwer bewaffnete Personen der jungen Frau den Weg mit einem Wagen abschnitten und sie zum Einsteigen zwangen. Seitdem fehlt von der Journalistin und ihrem Fahrzeug jede Spur. Die Staatsanwaltschaft bearbeitet bereits den Fall. Auf Veranlassung des Gouverneurs von Zacatecas, Miguel Alonso Reyes, ist eine eigens eingerichtete Spezialeinheit aus Polizisten und Soldaten in Zacatecas sowie den Bundesstaaten Aguascalientes und San Luis Potosi auf der Suche nach der Vermissten.

Zoila Márquez arbeitet als Herausgeberin und Korrespondentin für das Internetportal LineaInformativa. Als letztes recherchierte sie laut Angaben von Chefredakteur Omar Hernández Herrera über einen Bergbaukonflikt in der Stadt Loreto. Morddrohungen gegen die Reporterin sowie gegen die Redaktion habe es laut Chefredakteur bisher noch nicht gegeben. Omar Hernández bezweifelt, dass das Verschwinden seiner Mitarbeiterin mit ihren Recherchen über den Bergwerkkonflikt zu tun hat.

Mexiko: Gefährlich für Journalisten

Die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) forderte in einer Presseerklärung vom Montag eine schnelle Aufklärung des Falles. Sie geht davon aus, dass das Verschwinden der jungen Mexikanerin mit ihrem Beruf als Journalistin zusammenhängt. Die internationale Organisation mit Sitz in Paris ermahnte die Staatsanwaltschaft, diese Annahme bei der Suche nach der Vermissten zu berücksichtigen.

Mexiko gehört zu den gefährlichsten Orten für Journalisten weltweit. Mit der Mexikanerin Zoila Marquéz sind dieses Jahr bereits drei Journalisten verschwunden, das letzte Jahrzehnt insgesamt 18. "Keiner der Fälle konnte bisher aufgeklärt werden, was vermuten lässt, dass das Militär oder korrupte Polizisten in die Verbrechen verwickelt sind", erklärte ROG die Situation der Pressefreiheit in Mexiko. (sck)