Guatemala |

Erneut Journalist ermordet

In Guatemala ist Ende vergangener Woche erneut ein Journalist ermordet worden. Luis Alberto Lemus Ruano, Leiter von “Radio Stereo Café” in Jalpatagua (Departement Jutiapa) wurde am 7. April von unbekannten Tätern erschossen. Es ist bereits der zweite Mord an einem Pressearbeiter innerhalb eines Monats. Am vergangenen 20. März war der 63-jährige Journalist Jaime Napoleón Jarquín Duarte von drei Unbekannten erschossen worden.

Die Organisationen Reporter ohne Grenzen (ROG) und Zentrum für Informativen Journalismus zu Guatemala (Cerigua) verurteilten den Mord an Lemus und forderten die Aufklärung der Tat von den Behörden. Die zunehmende Gewalt gegen Journalisten sei besorgniserregend, unterstrich Reporter ohne Grenzen in einer Presseerklärung.

Polizei schließt Raubmord aus

Lemus Ruano war seit Ende 2012 stellvertretender Vorsitzender des Journalistenverbandes des Departments von Jutiapa (APJ). Der Radioleiter besaß auch den Fernsehsender “Canal Café TV“ und führte dort durch das Nachrichtenprogramm „La Mochila“, das im Radio und im Fernsehen gesendet wurde. Lemus war zudem lange in der Politik aktiv. Von 2008-2010 war er Gouverneur des an der Grenze zu El Salvador gelegenen Departements Jutiapa. Mehrmals kandidierte er erfolglos für den Posten des Bezirksbürgermeisters von Moyuta. Morddrohungen aufgrund seiner journalistischen Tätigkeiten habe Lemus nie erwähnt, erklärte der Vorsitzende der APJ, Misael Mayen.

Der 61-jährige Lemus befand sich gemeinsam mit sechs Angestellten in einer Drogerie, deren Besitzer er ist, als er von einem unbekannten Täter erschossen wurde, der in einem Auto flüchtete. Die Polizei schließt Raub als Motiv aus, da nichts gestohlen wurde, berichtet ROG.

Im letzten Ranking zur Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen belegt Guatemala Platz 95 von 179 Staaten. (bh)