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Erneut Indigener in Mato Grosso do Sul erschossen

Im Westen des brasilianischen Bundesstaats Mato Grosso do Sul wurde erneut ein Indigener umgebracht. Celso Rodriguez gehörte dem Stamm Guarani-Kaiowá an und wurde während eines Spazierganges Mitte vergangener Woche erschossen. Dies berichtet der Indigenenmissionsrat der Katholischen Kirche (CIMI). Obwohl die Tat schon vergangene Woche begangen wurde, tauchten erst jetzt erste Bericht darüber auf. Der CIMI geht davon aus, dass die Tat im Zusammenhang mit den jüngsten Konflikten um Land in der Region steht. Die lokale Polizei hingegen warnt vor voreiligen Schlüssen.

Erst vor zwei Wochen kam ein Angehöriger der Terena um, als er mit einer Gruppe Aktivisten ein Grundstück besetzte, dass den Terena im Jahr 2010 zugesprochen wurde, bis jetzt aber von einem lokalen Farmer und ehemaligen Politiker genutzt wird. Als die Polizei das Grundstück räumte, kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, bei denen auch Schüsse fielen. Die genauen Umstände des Todesfalls werden noch untersucht. In den vergangen Monaten kam es in dem Bundesstaat, der an Paraguay grenzt, immer wieder zu Gewalt. Ursache der Konflikte ist vor allem die Demarkierung von indigenen Territorien.

Der CIMI wirft der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff und der Regierung vor, dass sie in diesem Zusammenhang den indigenen Gemeinden des Landes das Gespräch verweigert. Sie habe in den zweieinhalb Jahren ihrer Präsidentschaft noch kein einziges Mal indigene Vertreter getroffen, aber zahlreichen Treffen mit der Agrarlobby beigewohnt. (aj)