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Erneut 30 Jahre Haft für Mord an Dorothy Stang

Wegen des Mordes an der katholischen Missionarin Dorothy Stang ist nun auch der zweite Auftraggeber von einem Gericht im nordbrasilianischen Belem zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Der Landbesitzer Regivaldo Pereira Galvão wurde für schuldig befunden, im Februar 2005 mehrere Tausend Euro für den Mord an der damals 73jährigen US-Amerikanerin bezahlt zu haben, wie Onlinedienste am Wochenende berichteten. Fünf Jahre nach dem Verbrechen sind damit nun alle fünf Beteiligten rechtkräftig verurteilt.
Anfang April hatte das Gericht den Landbesitzer Vitalmiro Bastos de Moura zu ebenfalls 30 Jahren Haft verurteilt. Bastos soll gemeinsam mit Pereira die Auftragsmörder Rayfran das Neves Sales und Clodoaldo Carlos Batista angeheuert haben. Diese hatten Stang am 12. Februar 2005 in der Nähe der Stadt Anapu nach mehreren Morddrohungen mit sechs Schüssen getötet. Dafür war Neves zuletzt zu 28 Jahren Haft verurteilt worden, Batista zu 17 Jahren. Zudem wurde bereits Amair da Cunha zu 18 Jahren Haft verurteilt. Er hatte zwischen den Landbesitzern und den Auftragsmördern vermittelt.
Stang hatte sich jahrzehntelang für die Landrechte armer Bauern in der Amazonasregion engagiert. Dadurch zog sie sich den Hass der Landbesitzer in der Region von Anapu zu. Ihre Ermordung hatte internationales Aufsehen erregt. Auch das juristische Tauziehen um die Verurteilung der Schuldigen stieß in Brasilien und international auf Kritik. Bastos und Neves hatten mehrmals eine Aussetzung ihrer Strafen bzw. eine Revision der Urteile erreicht.
Im Fall des nun verurteilten Regivaldo Pereira Galvão handelte es sich zudem um den ersten Prozess. Da er die maximale Strafe von 30 Jahren erhielt, hat er nach brasilianischem Recht automatisch das Anrecht auf einen zweiten Prozess. Trotzdem wurde das Urteil von vielen vor dem Gericht wartenden Mitkämpfern und Sympathisanten von Dorothy Stang gefeiert.

Quelle: kna