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Ermordete Umweltaktivisten sind meist Indigene

Indigene Frauen in traditionellen Gewändern bei der Vorbereitung eines Mittagessens im mexikanischen Bundesstaat Michoacan. (Symbolfoto: Tobias Käufer/Adveniat)

Die große Mehrzahl der 2018 in Mexiko ermordeten Umweltaktivistinnen und Umweltaktivisten sind indigener Herkunft. Wie das mexikanische Umweltschutznetzwerk der Bauern- und Forstorganisationen (MOCAF) bekannt gab, seien 80 Prozent der Mordopfer, die sich für den Schutz von Natur und menschlichem Lebensraum eingesetzt haben, Indigene.

Von 14 registrierten Morden an Umweltschützerinnen und Umweltschützern seien elf an Mitgliedern der indigenen Bevölkerung begangen worden, erklärte Antonio Medina vom Indigenen-Netzwerk für Tourismus in Mexiko (RITA) auf einer Pressekonferenz. Rund die Hälfte des mexikanischen Staatsgebiets sei Eigentum indigener Völker, der Großteil der natürlichen Rohstoffe, Artenvielfalt und fruchtbaren Böden liege in ihren Gebieten, begründet Medina das hohe Konfliktpotential der Indigenen mit staatlichen und privaten Unternehmen.

"Entwicklungsprojekte werden in unseren Gemeinden ohne unsere Einwilligung durchgeführt", kritisiert der RITA-Sprecher die Nichteinhaltung bestehender Mitbestimmungsrechte. Oft würden etwa Bergbau-Konzessionen vorab vergeben, ohne die lokale Bevölkerung zu befragen. Widerstand gegen Umweltzerstörung und Vertreibung wird in Mexiko immer wieder mit Gewalt gebrochen. So war das Land mit 14 Morden in 2018 laut Statistiken der Öko-Nichtregierungsorganisation "Global Witness" das weltweit viertgefährlichste Land für Umweltschützer. Im laufenden Jahr sind bereits erneut 14 Öko-Aktivistinnen und Aktivisten ermordet worden. (bb)

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