Kolumbien |

Erinnerung an den vor 20 Jahren ermordeten Bischof Jaramillo

Jesús Emilio Jaramillo klagte öffentlich gegen die Gewalt in seiner Heimat.

Heute jährt sich zum zwanzigsten Mal der Todestag des am 2. 10. in Arauca ermordeten kolumbianischen Bischofs Jesús Emilio Jaramillo. Für die Ermordung Jaramillos macht die kolumbianische Regierung einen der führenden Köpfe der Nationalen Befreiungsorganisation ELN verantwortlich: Martín Guarín. Er konnte im Jahr 2008 gefasst werden.
In seinen öffentlichen Reden klagte Jaramillo, ein Projektpartner Adveniats, die gewalttätigen Auseinandersetzungen in seinem Heimatland an.
Seit mehr als 40 Jahren tobt in Kolumbien unerbittlich ein bewaffneter Konflikt zwischen dem kolumbianischen Militär, den linken Guerillakämpfern und den rechtsgerichteten paramilitärischen Gruppen. Hinzu kommt der Einfluss der mächtigen Drogenkartelle, die den Konflikt weiter anheizen.
Leidtragende des Krieges ist die Zivilbevölkerung: Seit Beginn des kolumbianischen Konflikts sind etwa 200.000 Menschen gewaltsam umgekommen; die meisten von ihnen sind Anschlägen und Massakern der Konfliktparteien zum Opfer gefallen. Ca. 3.000 Menschen werden überdies jährlich von bewaffneten illegalen Gruppen entführt und mitunter getötet.
Jüngstes Opfer der Gewalttaten ist der 57-jährige Priester Danilo Cardozo Ossa, der in seinem Pfarrhaus erst in der vergangenen Woche ermordet aufgefunden worden ist. In seiner Diözese, dem Erzbistum Villavicencio, herrscht seither eine Atmosphäre der fassungslosen Trauer und des Entsetzens; Erzbischof Oscar Urbino hat den Gewaltakt verurteilt und eine umfangreiche Aufklärung der Tat gefordert. Mit Danilo Cardozo Ossa stirbt in der Stadt Villavicencio in einem Zeitraum von sechs Jahren nun bereits der dritte Priester eines gewaltsamen Todes. Ein Ende der Gewalt scheint nicht in Sicht.
Adveniat unterstützt die Kirche in Kolumbien bei ihrem Einsatz für Gerechtigkeit und hofft mit unseren Partnern auf den langersehnten Frieden in einem der längst andauernden Konflikte der Welt.

Text: Melanie Bichwald, Linda Menniger