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Erhalt der öffentlichen Bildung auf der Kippe

Angesichts der um sich greifenden Kürzungen staatlicher Gelder für öffentliche Bildungseinrichtungen in Puerto Rico, Kolumbien, Peru und Ecuador gibt es vermehrt Widerstand von Studenten und Nichtregierungsorganisationen gegen den Trend zur Privatisierung und für den Erhalt kostenloser Bildungsangebote. Zahlreiche Regierungen kündigten in diesem Monat weitere Schritte in Richtung Privatisierung der Universitätsausbildung an.

So hat die Regierung in Puerto Rico bekannt gegeben, in diesem Jahr die Etats für Bildung, Gesundheit und Wohnen zu kürzen. Unter anderem soll das Stipendienprogramm Pell gekürzt werden, mit dem Studierende unterstützt werden. Die Regierung hob bereits die Studiengebühren auf 800 US-Dollar pro Semester an, was bisher zu zahlreichen Studentenprotesten und Solidaritätsdemonstrationen im Land geführt hat. Die Universität in Puerto Rico wurde seit Dezember 2010 bestreikt.

Nur ein Drittel der Jugendlichen hat Zugang zur Uni

In Peru kämpfen Organisationen seit Jahren gegen das von Martha Hildebrand eingebrachte Gesetz Nº 939/2006-CR, das die Privatisierung öffentlicher Bildung vorsieht. In Ecuador tagte am 16. März ein runder Tisch, auf dem über das „Gesetz zur Höheren Bildung" verhandelt werden soll. Studentinnen und Studenten wollen erreichen, dass ein Studium weiterhin kostenlos bleibt. Am 10. März hatte der kolumbianische Präsident Manuel Santos eine Bildungsreform angekündigt, die das Bildungswesen für private nationale wie internationale Institutionen öffnen würde.

Nach Angaben des Rates der Américas des Miami Dad College haben in Lateinamerika bereits jetzt nur rund ein Drittel der Jugendlichen Zugang zu einer Universitätsausbildung. In Asien und den USA sind es zwei Drittel, in Europa fast 90 Prozent. (bh)

Quelle: Adital