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Erdöl im Chaco entdeckt

Der paraguayische Präsident Federico Franco hat Anfang dieser Woche bekannt gegeben, dass nahe der argentinischen Grenze große Erdölvorkommen entdeckt worden sei. Wie die Nachrichtenagentur TeleSur berichtet, erklärte Franco anlässlich eines Treffens mit Unternehmern in der Hauptstadt Asunción, das Land werde bereits Mitte 2013 Erdöl fördern.

Dieser optimistischen Aussicht versetzte der Vorsitzende der paraguayischen Kammer für Erdöl- und Erdgas, Richard Kent, jedoch bereits einen Dämpfer. Er erklärte in einem Interview, die Vorarbeiten könnten allerfrühestens im Dezember 2013 abgeschlossen sein, berichtet das Portal „Paraguay.com". Von einer Ausbeutung der Lagerstätten sei man noch weit entfernt. Bei den Aussagen des Präsidenten habe es sich „vor allem um einen Wunsch gehandelt“, relativierte Kent.

"Erdöl bester Qualität und in reichlichen Mengen"

Die Lagerstätte befindet sich im nordwestlichen Departement Boquerón, nahe der argentinischen Grenze und rund 500 Kilometer von Asunción entfernt im Flussgebiet des Pirity. Dort habe man „Erdöl bester Qualität und in reichlichen Mengen“ gefunden, so der Präsident. Die Fundstelle liegt im Chaco, einer semiariden, meist dünn besiedelten Landschaft, die sich über Argentinien und Paraguay erstreckt.

Laut paraguayischen Pressemeldungen könnten die Firmen Crescent Global Oil und Pirity Hidrocarburo im kommenden Monat mit Perforationsarbeiten beginnen.

Paraguay sucht bereits seit vielen Jahren in dieser Region nach Erdölvorkommen, um seine Abhängigkeit von anderen Staaten auf diesem Sektor zu beenden. Das Land verfügt jedoch über große Energiereserven angesichts zweier Wasserkraftwerke, die am Fluss Paraná gemeinsam mit Argentinien betrieben werden. (bh)