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Erdbebenopfer warten noch auf Wasser und Nahrung

Bonn/Santiago de Chile. Auch sechs Tage nach dem schweren Erdbeben in Chile fehlt es in vielen ländlichen Regionen des Landes an Hilfsgütern. "Es gibt kaum Trinkwasser und Nahrung, das ist ein Riesenproblem", sagte der Nothilfekoordinator von Care Deutschland, Axel Rottländer, am Donnerstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Cauquenes. Das Erdbeben habe vor allem die Ärmsten getroffen, die in abgelegenen Dörfern in einfachen Lehmhäusern lebten. Diese seien als allererstes eingestürzt, so Rottländer. Die Menschen stünden buchstäblich vor dem Nichts. "Viele leben in Zelten oder haben ihren Hausrat in den Garten gerettet und versuchen dort irgendwie zu leben."

Die Hilfsorganisation will in den kommenden Tagen vor allem alleinerziehende Mütter, Alte und Kranke unterstützen. "Diese Menschen brauchen jetzt neben Wasser, Nahrung und Hygienepaketen vor allen Dingen Plastikplanen, damit das, was von den Häusern noch steht, abgedichtet werden kann", so Rottländer. In den nächsten Wochen beginne in Chile die Regenzeit. Dies könne dramatische Auswirkungen auf die hygienischen Zustände vor Ort haben. Die staatlichen Nothilfemaßnahmen laufen laut Angaben von Rottländer nur langsam voran. Stattdessen versuchten viele Privatleute in Eigeninitiative, Hilfsgüter in die Katastrophenregion zu bringen.

Auch Caritas Chile berichtet von einer großen Hilfsbereitschaft innerhalb der Bevölkerung. "Wir erhalten ununterbrochen Geldspenden und Lebensmittel, wie Reis, Mehl oder Milchpulver, die die Menschen zu den Kirchen in Santiago und in anderen Diözesen bringen", hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung des katholischen Hilfswerks. Viele Chilenen seien dem Aufruf gefolgt, den Erdbebenopfern zu helfen. Auch die Chilenische Bischofskonferenz will weitere Mittel für die Bewohner der Katastrophengebiete zur Verfügung stellen.

Unterdessen erklärte die chilenische Regierung nach UN-Angaben sechs der insgesamt 15 vom Erdbeben betroffenen Regionen zum Katastrophengebiet. Gleichzeitig habe Chile die internationale Staatengemeinschaft um spezielle Hilfsgüter, wie Feldlazarette, Generatoren, Satellitentelefone und Wasserreinigungssysteme gebeten.

Quelle: kna