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Entwicklungsorganisationen kritisieren Industrienationen

Zum Auftakt des UN-Armutsgipfels in New York fordern deutsche Entwicklungshelfer mehr Einsatz im Kampf gegen Hunger und Armut. Zwar sei durch die UN-Millenniumsziele "eine ganze Menge in Bewegung gekommen", sagte der Vorsitzende des Verbandes Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen VENRO, Ulrich Post, am Montag dem Radiosender NDR Info. Aber insgesamt gebe es noch "wahnsinnig viel" zu tun.

Verbesserungen bei Bildung und Hygiene

Positiv hob Post die Verbesserungen in den Bereichen Bildung und Hygiene hervor. So hätten inzwischen 80 Prozent aller Menschen Zugang zu einigermaßen sauberem Trinkwasser. Große Defizite herrschten hingegen weiterhin beim Kampf gegen den Hunger, bei der gesundheitlichen Versorgung von Müttern und der Reform der Rahmenbedingungen im weltweiten Handel.

Auf dem dreitägigen Weltarmutsgipfel, der am heutigen Montag beginnt, beraten Staats- und Regierungschefs aus aller Welt über die Umsetzung der Millenniumsentwicklungsziele. Im Jahr 2000 verabschiedeten 189 Staaten die sogenannte Millenniumserklärung, zu deren Zielen die Halbierung der weltweiten Armut bis 2015 zählt.

"Ansammlung warmer Worte"

Der VENRO-Vorsitzende bezeichnete die bereits bekanntgewordene Version der Abschlusserklärung zu dem Gipfel als eine "Ansammlung warmer Worte". Deutschland solle sich dafür einsetzen, dass der Text mehr Verbindlichkeit erhalte, "und zwar nicht nur für die Entwicklungsländer, wie die Bundesregierung das vorsieht, sondern bitteschön auch für die Industrieländer". Zugleich räumte Post Versäumnisse aufseiten der armen Länder ein. Sorge mache eine Gruppe von rund 20 "gescheiterten Staaten", in denen die UN-Millenniumsziele aufgrund schwacher Regierungen in den kommenden fünf Jahren wohl nicht erreicht werden könnten.

Quelle: kna