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Entwicklungsexperten kritisieren Ausbeutung im Bananenhandel

Entwicklungsorganisationen prangern Ausbeutung und Umweltzerstörung im internationalen Bananenhandel an. Supermärkte und Fruchtkonzerne nutzten ihre Vormachtstellung aus und verschlechterten die Arbeitsbedingungen der Kleinbauern in Costa Rica und Kolumbien, heißt es in einer am Freitag in Bonn veröffentlichten Studie "Das krumme Ding mit der Banane" des katholischen Hilfswerks Misereor und des Instituts Südwind. Die Organisationen unterstützen die Kampagne "Make Fruit Fair!", die auf eine Neugestaltung des Wettbewerbsrechts in Europa zielt und dafür bis Ende Mai Unterschriften sammelt.

Das Zusammenspiel von Preiskampf im Einzelhandelsbereich, Machtkonzentration im internationalen Großhandel und Überangebot auf den Weltmärkten führe zu einer Verschlechterung der sozialen Lage der Plantagenarbeiter, erklärt der Verfasser der Studie, Pedro Morazan, von Südwind. Die Herausgeber begrüßen, dass in Deutschland inzwischen mehr als zwei Prozent der Bananen aus fairem Handel stammten. Misereor-Welthandelsexperte Armin Paasch bezeichnete es aber als unhaltbar, dass es bei 98 Prozent der bundesweit verkauften Bananen keinerlei Garantie gegen ausbeuterische Arbeitsverhältnisse gebe.

"Die Einhaltung von grundlegenden Arbeits- und Menschenrechten darf nicht auf Freiwilligkeit beruhen, sondern muss durch staatliche Kontrolle sichergestellt werden", so Paasch. Die Regierungen und Gerichte vieler Produktionsländer würden dieser Verantwortung oft nicht gerecht. "In diesen Fällen muss auch die EU aktiv werden, indem sie die Importeure und Supermärkte zur Transparenz und Einhaltung von Menschenrechten in der Lieferkette verpflichtet", forderte der Misereor-Experte.

Quelle: KNA