Peru |

Entschädigungen für Opfer politischer Gewalt

In Peru sollen die Opfer der politischen Gewalt der Jahre 1980 bis 2000 und ihre Hinterbliebenen in Kürze individuell entschädigt werden. Nach Angaben der Regierung werden ältere Menschen, die in abgelegenen Region des südamerikanischen Landes leben, bevorzugt behandelt.

Wie der Vorsitzende der zuständigen staatlichen Kommission CMAN, Jesus Aliaga, erklärte, wurde bereits abschließend über die Höhe der Entschädigungen beraten. Ein Bericht mit vier Modellrechnungen ging Ende Januar an Ministerpräsident José Antonio Chang, der nun mit seinen Beratern darüber befinden muss.

Zwischen 2001 und 2003 hatte die Kommission für Wahrheit und Versöhnung Gewaltverbrechen während des bewaffneten Konflikts zwischen der Armee und der maoistischen Guerillabewegung Leuchtender Pfad untersucht. Demnach wurden 69.000 Menschen getötet. Der Rat für Entschädigungen kam dagegen auf fast 50.000 Tote und ´Verschwundene´.

In diesem Jahr will die Regierung rund 7,2 Millionen US-Dollar an Entschädigungen für Einzelpersonen bereitstellen. Bisher erhielten 1.200 peruanische Gemeinden Schadenersatz. Nach staatlichen Erhebungen sind um die 23.000 Peruaner oder deren Hinterbliebene schadensersatzberechtigt: die Angehörigen von 16.000 Todesopfern und 5.200 Verschwundenen sowie 1.250 Vergewaltigungsopfer und 424 Menschen, die aus dem ´schmutzigen Krieg´ zwischen den Regierungstruppen und der Rebellenorganisation Leuchtender Pfad bleibende Schäden davongetragen haben. Insgesamt starben in dem Konflikt 70.000 Menschen.

Quelle: IPS Weltblick