Kolumbien |

ELN lehnt Bedingungen für Friedensgespräche ab

Die Führung der Nationalen Befreiungsarmee (ELN) hat am Wochenende die Bedingungen der kolumbianischen Regierung für eine Aufnahme von Friedensgesprächen abgelehnt. Dies geht aus einem offenen Brief an den Präsidenten Juan Manuel Santos hervor, der im Internet veröffentlicht wurde. Santos hatte letzte Woche bekannt gegeben, dass er die Verhandlungen mit der zweitgrößten Guerilla Kolumbiens erst dann aufnehme, wenn die ELN alle ihre Geiseln frei gelassen hat. Nichtregierungsorganisationen gehen davon aus, dass sich nach wie vor 20 Menschen in der Gefangenschaft der Rebellen befinden.

Vertretend für das Zentralkomitee der ELN hatte Nicolás Rodríguez Bautista in diesem Brief darauf hingewiesen, dass die ELN nach wie vor bereit ist, mit der Regierung zu verhandeln, dies aber nur ohne jegliche Bedingungen möglich sei. „Wir haben in der Vergangenheit immer wieder öffentlich gemacht, dass wir bereit für einen Dialog sind, aber es muss ein Dialog ohne Bedingung sein“, hieß es in der Mitteilung der ELN. Bautista begründete diese Entscheidung auch damit, dass die Regierung den Kampf gegen die Rebellen der ELN und auch der FARC ebenfalls weiter fortsetze. Es sei Juan Manuel Santos, der der die Friedensgespräche im laufenden Konflikt führen wolle, da die Regierung nicht bereit sei, ihre Militäroffensiven einzustellen.

Die kolumbianische Regierung steht seit Oktober vergangenen Jahres mit der FARC in Friedensverhandlungen. Bisher sitzt die ELN nicht mit am Verhandlungstisch. Sowohl die Rebellen der ELN als auch die Regierung haben in den letzten Monaten aber immer wieder eine generelle Bereitschaft zum Dialog signalisiert. (aj)