Kolumbien |

ELN kündigt Waffenstillstand während der Wahl an

Showdown in der Hauptstadt Kolumbiens Bogotá (Foto: Adveniat/Pohl)
Showdown in der Hauptstadt Kolumbiens Bogotá (Foto: Adveniat/Pohl)

Die zweitgrößte kolumbianische Guerilla ELN hat am Montag, 14. Mai 2018, einen Waffenstillstand für die Präsidentschaftswahlen am 27. Mai 2018 angekündigt. Zwischen dem 25. und 29. Mai werden die Waffen der Rebellen ruhen, „um zu günstigen Bedingungen beizutragen, die es der kolumbianischen Gesellschaft ermöglichen, sich in den Wahlen auszudrücken“, gab die Führung die Führung der ELN via Twitter bekannt.

Kurz darauf verlangte sie ein ähnliches Zugeständnis von der Regierung des südamerikanischen Landes sowie seinen Verbündeten - vornehmlich den USA. „Das letzte Wort haben die herrschenden und regierenden Klassen der USA. Wie weit entfernt ist der Tag, an dem die USA ihre imperialistischen Kriegspläne einstellen“, hieß es in einer öffentlichen Mitteilung. Mit dieser Äußerung spielt die ELN sehr deutlich auf die Rolle der USA in der kolumbianischen Politik an. Darüber hinaus betonten die Rebellen, dass es nur durch die Bemühungen beider Seiten möglich wäre, während der Friedensgespräche zu Ergebnissen zu kommen.

Zähe Verhandlungen

Die Ankündigung und Forderung der ELN kommt eine Woche nach dem Beginn der fünften Runde der Friedensverhandlungen zwischen der Guerilla und der kolumbianischen Regierung. Die Gespräche starteten bereits im Februar 2017, gestalten sich bisher aber sehr zäh. Als einziger tatsächlicher Durchbruch kann der 101 Tage andauernde beidseitige Waffenstillstand bezeichnet werden, der vor dem Hintergrund des Papstbesuchs im letzten Herbst geschlossen wurde. Zu Beginn dieses Jahres brachen die Kämpfe dafür umso heftiger wieder aus.

Nachdem im April dieses Jahres zwei ecuadorianische Journalisten und ihr Fahrer in der Grenzregion ermordet wurden, hatte die Regierung Ecuadors sich aus den Verhandlungen zurückgezogen. Die Gespräche finden nun in Havanna statt.