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Elite-Truppe schützt Regenwald vor illegalem Bergbau

Das französische Übersee-Departement ist das waldreichste Land der Erde, mit einem Anteil von über 90 Prozent an der Fläche. Um den illegalen Bergbau, vor allem die Suche nach Gold, zu stoppen, setzt Französisch-Guayana Militär ein.

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Die Goldminen im peruanischen Regenwald hinterlassen eine zerstörte und verseuchte Landschaft. Foto: Adveniat/Tina Umlauf

Insgesamt 400 Soldaten einer Elite-Truppe laufen mit Gewehren bewaffnet durch den dichten Regenwald Patrouille. Da es im Regenwald von Französisch-Guayana keine Straßen gibt, bewegen sich die Soldaten entweder zu Fuß oder auf den Flüssen in Booten fort. Die Wege der Goldschürfer sind klar zu erkennen. BBC Mundo hat die Umweltschützer in Tarnkleidung begleitet. Feldwebel Vadim zufolge waren die Eindringlinge vor drei oder vier Tagen hier. Es sei zu erkennen, dass sie schwere Gegenstände mit sich geführt hätten. Die französische Fremdenlegion setzt sich vor allem aus internationalen Rekruten zusammen. Es handelt sich um eine Infanterie-Einheit des französischen Militärs. Im Dickicht geben sich die Soldaten gegenseitig per Pfiff zu erkennen. Mit einer Zangenbewegung sollen potenzielle Plünderer des Regenwaldes verjagt werden. Gefasst wird selten jemand. Hauptmann Vianney, der die Operation anführt, erklärt: "Alle Länder müssen ihre Grenzen verteidigen und illegalen Handel stoppen." Hier in Französisch-Guayana hüte man einen einzigartigen Schatz: den Dschungel. 
 
Goldsucher aus Brasilien fallen ein

 
Unter dem Boden des Regenwaldes des Amazonasgebietes können sich Goldvorkommen bereits in 15 Metern Tiefe befinden. Seit Jahrhunderten haben Goldschürfer ihr Glück gesucht, das gleichzeitig ein Unglück für die Umwelt ist, weil es zerstörte Landschaften und verseuchte Böden hinterlässt. Nach Ausbruch der Wirtschaftskrise 2008 setzte im gesamten Amazonasgebiet ein Boom ein, als der Goldpreis in die Höhe schnellte. Der zügellose illegale Bergbau hat seine Spuren hinterlassen, vor allem in Peru, Ecuador, Kolumbien, Brasilien und Venezuela. Französisch-Guayana, so groß wie Österreich, zählt nicht einmal 300.000 Einwohner und schätzungsweise 8.000 bis 10.000 illegale Goldschürfer. Im Grenzgebiet zu Brasilien finden sich zahlreiche Goldsucher. Da Mobiltelefone hier keinen Empfang haben, hinterlassen sie sich gegenseitig Botschaften wie zum Beispiel einen Pfeil auf einer Zigarettenpackung, um den Weg zu verborgenen Lagern zu weisen. 

Besonders gefährlich ist das beim Scheiden des Goldes verwendete Quecksilber, das die Flüsse und die darin lebenden Fische vergiftet, von denen sich wiederum Menschen ernähren. Für jedes Gramm Gold ist mindestens ein Gramm Quecksilber erforderlich. Das Schwermetall greift das Nervensystem des Menschen an und schädigt Lungen, Nieren und Gehirn. Viele Kinder in der Nähe von Goldminen müssen mit Quecksilbervergiftungen im Krankenhaus behandelt werden. Militärische Aktionen gegen die illegalen Goldsucher haben bislang kaum Erfolg. Um den Regenwald und seine Bewohner zu schützen, müssten den Goldsuchern legale Alternativen angeboten werden, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. 
 
 

Zukunft Amazonas

Die rücksichtslose Ausbeutung von Rohstoffen zerstört die Lebenswelt der ursprünglichen Völker Amazoniens. Deswegen setzt sich Adveniat als Teil des kirchlichen Netzwerks Repam besonders für die Zukunft der bedrohten Völker und Schöpfung am Amazonas ein.

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