Peru, Ecuador, Honduras |

El Ni?„o stellt Klima auf den Kopf

Schon seit dem vergangen Jahr warnen die Wetterexperten davor, dass bis zum Frühjahr 2010 das Klimaphänomen El Niño sein Unwesen treiben wird. El Niño sorgt dafür, dass sich die Wetterbdingungen im Pazifik umkehren - wo es regnen sollte, bleibt es trocken und umgekehrt. Betroffen sind davon vor allem Zentralamerika, Ecuador und Peru. So auch dieses Mal. Seit Dezember 2009 werden der Norden Ecuadors und der Süden Perus von sintflutartigen Regenfällen heimgesucht. Diese hatten schon kurz vor Weihnachten zu Erdrutschen geführt. Vor zwei Tagen hat sich die Situation noch einmal verschärft. In den ecuadorianischen Provinzen Esmeralda, Guayas und El Oro sind seit Montag (8.2.) mehrere Häuser eingestürzt. Viele Flüsse treten über die Ufer. Die Regierung hat nun mit Hilfe des nationalen Katastrophenschutzes die Evakuierung des Gebiets eingeleitet.

Ähnlich stellt sich die Situation in sechs Provinzen im Süden Perus dar. Auch hier regnet es seit drei Tagen noch stärker als zuvor. Das Militär überwacht in enger Koordination mit dem Katastrophenschutz die betroffenen Regionen und versucht besondere Risikozonen auszumachen. Vereinzelt mussten Familien ihre Häuser verlassen. Notunterkünfte wurden in Schulen eingerichtet.

In Honduras hingegen warten die Menschen seit Monaten verzweifelt auf Regen. El Niño ist dafür verantwortlich, dass die Regenzeit im vergangenen Jahr ausgeblieben ist. Die Menschen kämpfen im Süden und der Hauptstadt des Landes mit Temperaturen um 40°C. Der ausbleibende Regen hat einen Großteil der Ernte zerstört - viele Menschen leiden Hunger. Zusätzlich sorgen die überdurchschnittlich hohen Temperaturen für die Verdunstung von Trinkwasser. Schon seit Beginn des Jahres ist die Wasserzufuhr rationalisiert worden. Anfang Februar hatte die Regierung vor dem Hintergrund des akuten Wassermangels den Notstand ausgerufen. Die Bohrung neuer Brunnen sollte Abhilfe schaffen. Doch die Bemühungen der Regierung reichen nicht aus. Die Situation hat sich inzwischen so sehr verschärft, dass es vermehrt Streit ums Wasser gibt, der auch gewaltsam ausgetragen wird. Besonders verheerend ist die anhaltende Dürre für arme Menschen. Sie können die gestiegenen Preise für Trinkwasser nicht bezahlen.

Nach Angabe des US-amerikanischen Wetterdienstes NOAA ist mit dem Ende des Phänomens erst im Mai zu rechnen. Auch die honduranischen Meteorologen sagen das weitere Ausbleiben von Regen voraus.

Text: Anna-Maria Jeske

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