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Einsatzgruppe gegen Gewalt in Amazonasregion

Die Regierung in Brasilia hat auf die jüngste Gewaltwelle in der Amazonasregion reagiert und eine interministerielle Einsatzgruppe gebildet. Diese ist befugt, Polizeikräfte in Konfliktregionen zu entsenden und die Präsenz von Regierungsbeamten vor Ort zu erhöhen. Innerhalb von einer Woche waren zuletzt vier Umweltaktivisten in der Region ermordet worden.

Die Gruppe soll die Ursachen der Gewaltwelle analysieren und gezielte Eingriffe vorschlagen und koordinieren. Es wurde beschlossen, bedrohte Personen unter Polizeischutz zu stellen, die auf Todeslisten von Großgrundbesitzern und illegalen Holzhändlern stehen. Zudem wurden zwei weitreichende Aktionen in der Region angekündigt, diese jedoch nicht näher erläutert.

Bischof macht Regierung mitverantwortlich

Derweil machte der Bischof von Sao Felix do Araguaia, Dom Pedro Casaldaliga, die Regierung in Brasilia für den fortlaufenden Konflikt in der Amazonasregion mitverantwortlich. Sie zeige sich gegenüber drei grundlegenden Herausforderungen inkompetent: der Durchführung einer weit reichenden Landreform, dem effektiven Schutz der indigenen Bevölkerung und bei der Regulierung eines ökologisch und sozial vertretbaren Konsums von in Brasilien produzierten Gütern.

Am 24. Mai war das Aktivistenehepaar Jose Claudio Ribeiro da Silva und Maria do Espirito Santo im Bundesstaat Para ermordet worden. Sie hatten öffentlich gegen illegale Holzhändler Stellung bezogen. Drei Tage später war der Bauer Eremilton Pereira dos Santos in der gleichen Region erschossen worden. Bisher rätselt die Polizei noch über das Tatmotiv. Am selben Tag wurde zudem im Bundesstaat Roraima der Umweltaktivist Adelino Ramos ermordet worden. Er hatte illegale Abholzungen in der Region denunziert. (milz)