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Einsatz für die Rechte der Roma

Am 24. Mai wurde in Brasilien der landesweite Tag der Roma begangen. Im Bundesparlament war aus diesem Anlass für den 26. Mai eine öffentliche Anhörung über die Situation der Roma in Brasilien angesetzt. Die derzeit etwa 800.000 in Brasilien lebenden Roma sehen sich immer noch starken Vorurteilen und Diskriminierungen ausgesetzt.

Die Roma fordern die Aufnahme ins Geburtenregister sowie die Ausstellung weiterer Dokumente, damit sie ihre staatsbürgerlichen Rechte wahrnehmen können. Gegenwärtig wird für viele Roma kein Ausweis, keine Hochzeitsurkunde, keine Wahlberechtigung, kein Führerschein und auch keine Sterbeurkunde ausgestellt. Außerdem wollen sie sich ohne Diskriminierung von Polizeiangehörigen frei im Land bewegen können.

Unterstützt werden die Roma bei ihren Forderungen von der Pastoral für Nomaden.
Sie ist ein Organ der katholischen Kirche und in die Brasilianische Bischofskonferenz CNBB eingebunden. Die Nomaden-Pastoral versteht sich auch als Interessenvertretung für nomadisch lebende Bewohner Brasiliens.

Deren Koordinator, Pater Wallace Zanón, ruft zu einem Dialog auf Augenhöhe mit den Roma auf: „Wir dürfen die Roma nicht als Menschen zweiter Klasse ansehen. Sie besitzen ihre eigene Kultur, haben ihre eigene Art sich zu kleiden und sind Kinder Gottes, so wie wir. Das Volk der Roma ist sehr geeint. Sie legen viel Gewicht auf grundlegende Werte wie die Familie und die Unauflöslichkeit der Ehe.“ Die Roma nutzten den Kontakt zur Pastoral sehr aktiv, so Pater Wallace. „Sie vertrauen den Pfarrern und der Kirche sehr. Sie möchten, dass wir mit ihnen Taufen und Hochzeiten durchführen“, erklärt der Koordinator.

Der jährlich am 24. Mai begangene Landesweite Tag der Roma und Sinti wurde erst 2006 eingeführt. Seine Ausrufung soll zum Gedenken an diese Kultur dienen und den Prozess des Respekts und der Anerkennung gegenüber diesem Volk fördern.

Quelle: adital