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Einfach schlecht: Arbeiten bei McDonald´s

Die brasilianischen Wochenzeitung „Brasil de Fato“ berichtet in einer Reportage über die schlechten Arbeitsbedingungen, denen junge Mitarbeiter bei McDonald´s ausgesetzt seien. Die Fastfoodkette übe systematisch Druck aus, selbst ein Schluck Wasser zwischendurch werde den Beschäftigten nicht gestattet. Die 16-jährige Maria verbrannte sich bei der Arbeit die Hand, wurde aber angehalten, einfach weiter zu machen. Das Mädchen erhält trotz eines intensiven Arbeitstages lediglich einen Stundenlohn von 2,38 Reais –quasi die brasilianische Variante des Ein-Euro-Jobs.

Dauergast vor Gericht

McDonald´s beschäftigt in seinen über 600 Fast-Food-Lokalen in Brasilien 34.000 Angestellte - die Mehrheit stellen junge Mitarbeiter im Alter von 16 bis 24 Jahren. Arbeitsunfälle werden oft nicht den Vorgesetzten berichtet, die Beschäftigten genießen keinen Komfort, und der Arbeitstag wird oft gesetzeswidrig überzogen. Die Arbeitsbedingungen bei McDonald´s waren in der Vergangenheit immer wieder Gegenstand von Untersuchungen, arbeitsrechtliche Klagen sind Standard. Kürzlich wurde das Unternehmen in São Paulo zu einer Geldstrafe in Millionenhöhe verurteilt – die Klage war 15 Jahre anhängig gewesen.

Die Wochenzeitung „Brasil de Fato“ wurde auf dem Weltsozialforum 2003 in Porto Alegre ins Leben gerufen, mit der Absicht einer Demokratisierung der brasilianischen Presselandschaft. (bs)

Autorin: Michelle Amaral in Adital