Kolumbien |

Ein Toter bei Protesten gegen Chiquita-Zulieferer

Arbeiterin in einer Bananenplantage von Magdalena, Kolumbien. Foto: Jürgen Escher/Adveniat
Arbeiterin in einer Bananenplantage von Magdalena, Kolumbien. Foto: Jürgen Escher/Adveniat

Bei einem Ende letzter Woche beendeten Streik von Bananenpflückern und Bauern in der kolumbianischen Plantagenregion Urabá im Departamento Antioquia ist Medienangaben zufolge ein Mann im Alter von 33 Jahren durch Polizeikugeln ums Leben gekommen. Bei der gewaltsamen Räumung durch Sicherheitskräfte einer Straßenblockade in Richtung der Großstadt Medellín waren mindestens 24 Demonstranten verletzt worden sein.

 

Im Nordwesten Kolumbiens waren tausende Bananen-Plantagenarbeiter und Kleinbauern gegen schlechten Lohn, ausstehende Bezahlungen und fehlende Sozialleistungen auf die Straße gegangen. "Seit 20 Tagen wurde uns der Preis pro Bananen-Kiste auf 1500 Pesos (50 Eurocent) gekürzt", erklärte ein Kleinbauer gegenüber der Tageszeitung "El Tiempo". Der Verdienst sei so gering, dass "wir mit Verlusten arbeiten und die Bauern immer ärmer werden", kritisierte der Mann den Abnehmer BANACOL, Zulieferer und einstige Tochterfirma des US-Bananenmultis Chiquita.

 

Löhne und Zahlungen für Lieferungen waren über einen längeren Zeitraum nicht ausgezahlt worden. Nach Verhandlungen verabschiedete die Zentralregierung ein Maßnahmenpaket, über das in Not geratene Kleinbauern Finanzhilfen aus staatlichen Fonds zufließen kann, berichtet der Radiosender "Caracol". BANACOL müsse die Hälfte der Schulden sofort begleichen, den Rest in elf Wochen. Für Zeiten von Arbeitslosigkeit außerhalb der Erntezeit auf den Großplantagen würden für Saisonarbeiter Sozial- und Bildungsprogramme entwickelt, kündigte das Arbeitsministerium an. BANACOL ist eines der Bananen-Unternehmen, die gemeinsam mit Chiquita paramilitärische Todesschwadronen finanzierten. (bb)