Haiti |

Ein Toter bei Demonstrationen

Vertreter der Mission der Vereinten Nationen zur Stabilisierung Haitis (MINUSTAH) haben die „Gewalttaten gegen Ordnungskräfte Haitis und der UNO“ verurteilt. Bei Demonstrationen in den Städten Cap-Haitien und Hinche waren gestern mehrere Soldaten angegriffen worden. Sechs Blauhelm-Soldaten wurden durch Schüsse verletzt, ein Demonstrant wurde getötet.

Dem Anschein nach seien die Vorfälle politisch motiviert gewesen und hätten zum Ziel, kurz vor den Präsidentschaftswahlen ein Klima der Unsicherheit zu schaffen, hieß es in der Pressemitteilung der MINUSTAH. Sie rufe die Bevölkerung dazu auf, sich nicht von „Feinden der Stabilität und der Demokratie“ manipulieren zu lassen.

Am Dienstag kam es in Cap-Haitien zu weiteren Demonstrationen gegen die Misserfolge der Regierung im Kampf gegen die Cholera. Die Demonstranten fordern zudem den Abzug der seit 2004 in Haiti stationierten Minustah. «Erst haben sie den Fluss Artibonite verseucht, und jetzt schießen sie in Cap Haïtien auf uns», hieß es in einem Beitrag zum Blog Haiti News.

Die Zahl der Cholera-Toten ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Port-au-Prince unterdessen auf rund 1000 gestiegen. «Ich würde behaupten, wir werden hier die größte Epidemie, die die Karibik je erlebt hat, sehen», so Joost Butenop von Caritas International am Dienstag im «Morgenmagazin» des ZDF. «Die Menschen haben nicht ausreichend Wasser, sie haben keine Sanitäreinrichtungen und sie haben auch kein Wissen über die Cholera.» Bis zu 70 000 Menschen seien mit dem Erreger infiziert. (vh)