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Eilaktion gegen willkürliche Verhaftungen in Chiapas

Das Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de las Casas (Frayba) ruft in einer Eilaktion dazu auf, gegen die willkürliche Verhaftung von 117 Personen in San Sebastián Bachajón zu protestieren. Am 3. Februar hatten sich dort an den Wässerfällen von Aguas Azules indigene Gemeindevertreter versammelt, die Mitglieder der zapatistischen “Anderen Kampagne” sind. Sie wollten entscheiden, ob sie ein staatliches Angebot für Verhandlungen an einem Runden Tisch annehmen. Die Verhaftungen seien erfolgt, nachdem das Angebot abgelehnt worden war.

Menschenrechte bei Verhaftungen missachtet

Nach Angaben von Frayba befinden sich noch immer zehn Personen in Haft, darunter auch ein Minderjähriger. Den Inhaftierten wird unter anderem schwerer Mord und Attentate auf Staatseinrichtungen vorgeworfen. Entgegen anderslautender Meldungen hätten die Inhaftierten erklärt, es habe weder Straßenblockaden gegeben noch seien ausländische Touristen unter den Festgenommenen. Bei den Verhaftungen hat es laut Frayba unzählige Rechtsverstöße gegeben. Weder ein Anwalt noch ein Übersetzer seien zugegen gewesen, die Inhaftierten seien von Polizisten bedroht und von lokalen Justizbeamten schikaniert worden.

Konflikt um Touristenattraktion Aguas Azules

Ungeachtet der Ablehnung von Gesprächen seitens der “Anderen Kampagne” erklärte die Regierung des Bundesstaates Chiapas die Verhandlungen am 6. Februar für eröffnet. Das früher von Mitgliedern der “Anderen Kampagne” verwaltete Kassenhäuschen der Touristenattraktion Aguas Azules wird jetzt von staatlichen Polizisten kontrolliert. Aguas Azules befindet sich auf indigenem Territorium. Seit Jahren gibt es Auseinandersetzungen um die Nutzungsrechte des Landes.

"Die Repression der Regierung von Chiapas im Zusammenspiel mit Behördenvertretern, die der PRI-Partei angehören, ist offensichtlich. Durch derartige Willkür, hinter der das Interesse an Land in der Region steht, ist es zu gewalttätigen Aktionen gekommen. Damit sollen diejenigen indigenen Gemeinden eingeschüchtert werden, die der ,Anderen Kampagne´ angehören”, kritisiert das Menschenrechtszentrum Frayba, das 1989 vom vor kurzem verstorbenen Bischof Samuel Ruiz Garcia gegründet worden war. (bh)

Quelle: Adital