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Ehemalige Folterstätte soll Gedenkstätte werden

In Petrópolis im Bundesstaat Rio de Janeiro könnte sich eine ehemalige Folterstätte der brasilianischen Militärdiktatur (1964 bis 1985) in eine Gedenkstätte verwandeln. Menschenrechtsaktivisten haben eine entsprechende Petition eingereicht. In dem sogenannten „Todeshaus“ (Casa da Morte) folterten Militärs linke Oppositionelle zu Tode.

Im rund 60 Kilometer nördlich von Rio de Janeiro gelegenen Petrópolis befindet sich die Sommerresidenz der beiden brasilianischen Kaiser des 19. Jahrhunderts. Die 300.000 Einwohner zählende Stadt wurde auch bekannt als Zufluchtsort des österreichischen jüdischen Schriftstellers Stefan Zweig, der vor den Nazis fliehen musste und sich hier 1942 das Leben nahm.

Bei dem „Todeshaus“ der Folterschergen handelt es sich um eine der Immobilien, welche jene Unternehmer der Militärdiktatur zur Verfügung stellten, die von ihr profitierten. Der Besitzer war ein Deutscher namens Mário Lodders. Lediglich eine Aktivistin gegen die Diktatur überlebte die Folter, nachdem sie hundert Tage in dem Haus inhaftiert war. (bs)

Quelle: Púlsar