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Ecuador wird Mercosur-Mitglied

Ecuador hat den formalen Aufnahmeprozess in das Regionalbündnis Gemeinsamen Markt Südamerikas (Mercosur) aufgenommen. Ziel der Bündnisstrategie der linksdemokratischen Regierung von Präsident Rafael Correa sei der „Mercosur-Beitritt dann, wenn wir ein Abkommen mit der EU unterzeichnet haben“, erklärte der studierte ökonom am Wochenende in der Radiosendung „Im Gespräch mit dem Präsidenten“.

„Es wurde entschieden dem Mercosur mitzuteilen, dass die Protokollverhandlungen zur Aufnahme beginnen“, so das Staatsoberhaupt weiter. Ecuador werde mit der Europäischen Union kein Freihandelsabkommen unterzeichnen, erläuterte der ehemalige Jesuitenschüler seine Wirtschaftspolitik: „Die Beitrittsverhandlungen mit Mercosur werden acht bis zehn Monate in Anspruch nehmen, und wir hoffen, dass in dieser Zeit ein Vertrag mit der EU zustande kommt“.

Die uruguayische Mercosur-Präsidentschaft begrüßte das Beitrittsgesuchen Ecuadors als „neuen Schritt für Lateinamerikas Integration“. In einer diplomatischen Note unterstrich Montevideo die Bedeutung von Mercosur als „Garanten für nationale Prozesse der Demokratie, Entwicklung und sozialen Zusammenhalt“. Letzte Woche hatte bereits Bolivien seinen Beitritt in das Regionalbündnis angekündigt. Seit dem umstrittenen Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Fernando Lugo 2012 ist die Mitgliedschaft des Binnenlandes Paraguay auf Eis gelegt. Venezuela wurde neues Mitglied. Ende Juni wird Uruguays Präsident José Mujica die Mercosur-Präsidentschaft turnusgemäß dem neu gewählten Staatschef in Caracas Nicolás Maduro übertragen. (bb)