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Ecuador verlässt UNASUR-Staatenbündnis

Präsident Lenin Moreno (Foto: Ministerio Interior Ecuador, Flickr, Public Domain Mark 1.0)

Ecuadors Präsident Lenín Moreno hat den Austritt des Landes aus dem regionalen Staatenbündnis Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR) angekündigt. Seine Administration habe die Formalitäten zum Austritt in die Wege geleitet, gab der 65 Jahre alte Staatschef Medienberichten zufolge am Mittwochabend, dem 13. März 2019, bekannt. Die linken Regierungen Südamerikas gründeten die Organisation 2008.

„Ecuador ist der regionalen Integration verpflichtet, aber sie muss auch funktionieren, die Länder und Völker also tatsächlich integrieren“, begründete Moreno den Rückzug mit einer Politisierung des Bündnisses. Nach den Regierungswechseln in Kolumbien, Argentinien, Brasilien, Paraguay, Chile und Peru hatten die rechtsgerichteten Präsidenten 2018 den UNASUR-Austritt ihrer Länder erklärt und die Gründung einer neuen Allianz, „Prosur“, unter Ausschluss Venezuelas angekündigt.

Mit dem Rückzug von Ecuador sind nur noch Venezuela, Bolivien, Uruguay, Surinam und Guyana in der UNSASUR verblieben. Gegründet worden war UNASUR als Gegenstück zur Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), in denen die USA ein starkes Gewicht haben. Die Moreno-Regierung hat im Gegensatz zu Präsident Correa einen starken Schwenk in Richtung Washington vorgenommen. Nach einem Besuch von US-Vizepräsident Mike Pence im Sommer 2018 wurden Waffenkäufe und eine enge Zusammenarbeit bei Militär und Geheimdiensten beschlossen. Im Anschluss trat Ecuador auch aus dem Regionalblock ALBA aus, das 2004 von Venezuela ins Leben gerufen wurde. (bb)

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