Kolumbien |

Duque: Keine Gespräche mit Indigenen in Cauca

Die Region Cauca (Symbolfoto: Adveniat/Achim Pohl)

Die Proteste der indigenen Bevölkerung im Departamento Valle del Cauca an der Pazifikküste des Landes gehen weiter. Auch 19 Tage nach Beginn der Blockade der Verkehrsader Panamericana lehnt Staatspräsident Iván Duque weiterhin direkte Gespräche mit den Protestierenden ab, berichtet das kolumbianische Nachrichtennetzwerk  „Caracol“ am Dienstag, dem 19. März 2019, aus der Konfliktregion. Es würden sich bewaffnete Gruppen unter den Demonstranten befinden, so lautet Duques unbelegter Vorwurf.

„Ich bestehe darauf, dass die Regierung Delegierte entsenden wird, um einen klaren Dialog zu ermöglichen“, zitiert „Cararol“ den Staatschef von einer Pressekonferenz. Erst müssten alle blockierten Straßen freigegeben werden, dann würde sich Duque mit den indigenen Demonstranten persönlich treffen, so der Politiker der konservativen Partei „Centro Democrático“ (CD). Laut Verfassung dürfe ein Präsident nicht persönlich verhandeln, wenn illegale Gewaltanwendung die Grundlage der Gespräche sei, erklärte Dilian Francisca Toro, Gouverneurin von Valle del Cauca.

Angaben der Behörden zufolge sei durch die Straßenblockade innerhalb von acht Tagen ein wirtschaftlicher Schaden in Höhe von umgerechnet 4,5 Millionen Euro entstanden. 2000 Liter Milch seien schlecht geworden, die Preise für Lebensmittel um 77 Prozent gestiegen. Am Rande der Straßenblockade kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Indigenen. Am Dienstag verstarb ein Polizist im Krankenhaus an einer Schusswaffen-Verletzung. Die Protestierer fordern die Einhaltung des Nationalen Entwicklungsplans, die Umsetzung des Friedensabkommens, keine Einmischung in Venezuela und die Einhaltung von Abkommen mit der Vorgänger-Administration. (bb)   

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