Costa Rica |

Drogenhandel zerstört den Regenwald

Symboldbild: Brandrodung Amazonas (Adveniat/ Jürgen Escher)

Der Drogenhandel verstärkt die Zerstörung des Regenwandels in Zentralamerika, die durch die Folgen des Klimawandels ohnehin immer stärker voranschreitet. Zu diesem Ergebnis sind drei Studien gekommen, die im Vorfeld der UN-Klimakonferenz in Santiago de Chile veröffentlicht wurden. 

Die Drogenhändler betrieben demnach häufig Viehzucht und Landwirtschaft aus Gründen der Geldwäsche. Dafür holzten sie umfangreiche Gebiete an Regenwald ab. Außerdem belasten illegaler Bergbau und Anbau von Ölpalmen die Wälder der Region. Und durch die Gegenden verliefen zudem zentrale Wege, auf denen die Drogen transportiert würden.

Krieg gegen Drogen verschärft die Lage

Der Kampf gegen die Drogen durch die USA habe diesen Prozess sogar noch verschlimmert.  Die militärische Vorgehensweise gegen die Drogenhändler führe dazu, dass diese sich immer stärker in entlegene Waldgebiete zurückziehen – mit verheerenden Folgen für die Umwelt. Einer der drei Studien zufolge könnten die betroffen Waldflächen im Süden Mexikos und in Zentralamerikas genug Kohlenstoff absorbieren, um allein damit die Pariser Klimaziele in der Region zu erreichen.

Jennifer A. Devine, Humangeografin an der Texas State University in San Marcos, verwendet für das Phänomen den Begriff „narco-deforestación“, also "Entwaldung durch Drogenhandel."  Betroffen seien besonders Regenwälder in Guatemala, Honduras und Nicaragua, inzwischen auch in Costa Rica. Devine ist Ko-Autorin von zwei Studien über den Kokain-Handel in Zentralamerika.