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Drogenboss gesteht Massenmord

Der am Wochenende in der mexikanischen Grenzstadt Ciudad Juárez festgenommener Anführer des berüchtigten Aztecas-Drogenkartells hat nach Angaben der Polizei gestanden, für fast 80 Prozent der Tausende in den vergangenen zwei Jahren erfolgten Morde verantwortlich zu sein. Arturo Gallegos Castrellon (32), der den Spitznamen "El Farmero" trägt, habe im Verhör eingeräumt, die Morde persönlich angeordnet zu haben oder sie zum Teil sogar selbst ausgeführt zu haben.

Die Stadt Ciudad Juárez gilt als eine der gefährlichsten Städte der Welt. Allein in diesem Jahr kamen in Ciudad Juárez 2700 Menschen auf gewaltsame Art und Weise ums Leben. Erst zu Wochenbeginn hatten die Behörden den Fund eines weiteren Massengrabes in der Stadt nahe der US-amerikanischen Grenze bekanntgegeben, in dem 18 Leichen gefunden wurden.

Nach Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen sind seit Beginn einer Offensive der mexikanischen Regierung gegen den Rauschgifthandel im Dezember 2006 mehr als 28 000 Menschen in Mexiko ums Leben gekommen. Mexiko setzt im Kampf gegen die Drogenbanden zur Unterstützung der Polizei mehr als 50 000 Soldaten ein. (TK)