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Drogenboss: Geheimdienst für Kardinalsmord verantwortlich

18 Jahre nach dem Mord an dem mexikanischen Kardinal Juan Jesus Posadas Ocampo macht ein Mitglied eines mexikanischen Drogenkartells den Geheimdienst für das Attentat verantwortlich. Nicht die Drogenmafia, sondern Agenten des Geheimdienstes hätten den Mord ausgeführt, sagte das mutmaßliche Kartellmitglied Benjamin Arellano Felix laut Bericht des südamerikanischen kirchlichen Pressedienstes aciprensa.

Nach seiner Darstellung waren während des Attentates am 24. Mai 1993 auf dem Flughafen in Guadalajara Geheimdienstmitarbeiter anwesend, um die Tat zu koordinieren und sie wie eine zufällige Schießerei aussehen zu lassen. Unmittelbar im Anschluss seien Mitglieder des verdächtigten Drogenkartells beim päpstlichen Nuntius in Mexiko-Stadt vorstellig geworden, um ihre Unschuld zu beteuern.

Die neuen Erkenntnisse beruhen laut aciprensa auf Recherchen eines Politikwissenschaftlers, der seine Ergebnisse auf der Internetseite www.indicadorpolitico.com.mx veröffentlicht. Posadas´ Nachfolger in Guadalajara, Kardinal Juan Sandoval Iniguez, habe inzwischen Papst Benedikt XVI. die Aussage des mutmaßlichen Drogenkartellmitglieds überbracht.

Der Schießerei auf dem Flughafen von Guadalajara fiel Kardinal Posadas einem Bericht der mexikanischen Regierung zufolge nur zufällig zum Opfer. Die Kirche akzeptiert diese Erklärung bis heute nicht. Sie geht von einem Komplott gegen den Erzbischof von Guadalajara aus, der wegen seiner kritischen Aussagen vielen lokalen Machthabern ein Dorn im Auge war. Posadas´ Leiche wies 14 Einschüsse aus nächster Nähe auf. Für die Tat wurden mehrere Personen zu teils langen Haftstrafen verurteilt.

Quelle: kna