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Drei Polizisten wegen Mordes an Richterin verurteilt

Drei Beamte der "Policia Militar" sind am 31. Januar in Rio de Janeiro wegen Beteiligung an der Ermordung der Richterin Patricia Acioli zu Haftstrafen zwischen 22 und 26 Jahren verurteilt worden. Der zuständige Richter sah die Beteiligung der drei an der Tat als "entscheidend" an und sprach von "Barbarei". Richterin Acioli war im August 2011 bei einem nächtlichen Überfall durch eine Gruppe von Polizisten regelrecht hingerichtet worden. Sie wurde von 21 Kugeln getroffen.

Bereits Anfang Dezember war ein weiterer Polizist zu 21 Jahren verurteilt worden. Richterin Acioli ermittelte gegen korrupte Polizisten und deren Verstrickungen in die Ermordung eines 18-jährigen Jugendlichen. Als die Polizisten erfuhren, dass Acioli gegen sie Haftbefehle ausgestellt hatte, entschlossen sie sich, die Richterin noch am gleichen Abend zu ermorden. Die Tat hatte in ganz Brasilien sowie in den internationalen Medien für Aufregung gesorgt. Als Konsequenz wurden Teile der Polizeiführung Rio de Janeiros ausgewechselt.

Die "Policia Militar" ist eine schwer bewaffnete Einheit und untersteht der Landesregierung. Immer wieder werden ihren Angehörigen Beteiligung bei Verbrechen vorgeworfen. So sollen sich Beamte außerhalb ihrer Dienstzeit in Milizen organisieren, die zahlreiche Favelas im Westen der Stadt Rio de Janeiros kontrollieren. Aber auch in anderen Regionen des Landes sollen Angehörige der Policia Militar an Verbrechen beteiligt sein. Ende 2012 wurden zahlreiche Beamte in Sao Paulo wegen der Ermordung von Zivilisten verhaftet. Vertreter der Zivilgesellschaft fordern seit langem eine Auflösung der Truppe und eine grundlegende Reform des Polizeiwesens in Brasilien. (tm)