Chile |

Dokumentarfilmerin Varela verklagt chilenischen Staat

Die Regisseurin Elena Varela hat den chilenischen Staat Anfang dieser Woche auf Schadenersatz verklagt. Sie war 2008 verhaftet worden, als sie den Dokumentarfilm "Newen Mapuche" drehte, der die Forderungen der Mapuche nach Landrückgabe thematisiert. Varela war wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz, gewaltsamem Raub und Raub nach Totschlag angeklagt worden und saß anderthalb Jahre in einem Hochsicherheitsgefängnis. Ihr drohten 15 Jahre Haft. Im April 2010 wurde Varela freigesprochen.

Die Dokumentarfilmerin verlangt nun Reparationszahlungen für die politische und mediale Verfolgung sowie für erlittenen beruflichen wie privaten Schaden. So hatte die Polizei 330 Bänder mit Filmmaterial beschlagnahmt, von denen sie nur 20 Prozent zurückerhielt, wie die lokale Presse in Chile berichtet. Mit diesem Material stellte sie den Film fertig, der diesen Sommer Premiere hatte.

Machtmissbrauch amtlich machen

Nach Angaben ihres Anwalts, Hernán Boselin, haben „die staatlichen Organe, insbesondere das Innenministerium eine Untersuchung gegen sie [Elena] vorangetrieben, die absolut verzerrt war und gegen das Prinzip der Objektivität verstieß, nachdem sich dieses Staatsorgan zu richten hat. Dies hat schließlich zu drei Jahren Haft der Dokumentarfilmerin geführt, ihren Ruf beschmutzt und sie wirtschaftlich geschädigt."

Elena Varela unterstrich gegenüber Pressevertretern die Bedeutung ihrer Klage für künftige Fälle. An dem was geschehen ist, sei nichts mehr zu ändern, so die Regisseurin, doch „es ist notwendig den Missbrauch seitens der Staatsorgane amtlich zu machen“.

Der Film wurde auf vielen Festivals präsentiert und erhielt beispielsweise den Preis für die beste Sprache sowie den Publikumspreis des internationalen „Filmfestivals der Menschenrechte“ (DerHumALC) in Argentinien. (bh)