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Diskriminierung als Bildungshindernis

„Die Bildung ist ein Recht. Für die Nicht-Diskriminierung in Lateinamerika und der Karibik“ – unter diesem Motto findet vom 3. bis 5. Mai findet in São Paulo, Brasilien die 6. Konferenz der lateinamerikanischen Kampagne für das Recht für Bildung (Clade) statt. Repräsentanten sozialer Organisationen aus 19 Ländern Lateinamerikas und der Karibik kommen dort zusammen, um über die Probleme der Diskriminierung im Bildungswesen zu debattieren.

Nach Ansicht von Camila Croso, Hauptkoordinatorin der Clade, ist die Diskriminierung in Lateinamerika und der Karibik „ein Faktor der Nicht-Verwirklichung des Schulrechts“. Viele Menschen verließen die Schulen wegen Diskriminierung. Manche könnten sich noch nicht einmal einschreiben. Besonders betroffen seien Menschen mit Behinderung, dunkler Hautfarbe, Jugendliche und Erwachsene. So besuchten nur 20 bis 30 Prozent der Kinder mit Behinderung eine Schule. Auch Inhaftierte würden erheblich diskriminiert: „Es herrscht immer noch die Auffassung, dass sie das Recht auf Bildung verlieren“, berichtet Croso.

Mittlerweile wurden einige Initiativen gegründet, mit denen die Diskriminierung an Schulen bekämpft wird. Ein Erfolg war die Verabschiedung des Gesetzes Nr. 10.939 in Brasilien im Jahr Jahr 2003, das die Schulen verpflichtet, die Geschichte der afro-brasilianischen Kultur in den Unterricht mit einzubeziehen.

Die Diskriminierung ist jedoch nicht die einzige Herausforderung im Bildungswesen. Bildung für Gruppen, die nicht so sehr im Fokus stehen wie beispielsweise Kleinkinder und (junge) Erwachsene, die Finanzierung des Bildungssystems und die hohe Analphabetenrate spielen ebenfalls eine große Rolle. Zehn Prozent der Jugendlichen und Erwachsenen in Lateinamerika und der Karibik sind Analphabeten. „In Mittelamerika ist dieses Problem besonders akut“, sagt Croso Und in Haiti könne die Hälfte der Bevölkerung nicht lesen und schreiben.

Um das Problem zu lösen, stellt Camila Croso vier Aspekte in den Vordergrund: nah gelegene Schulen, die Verfügbarkeit von ausgebildeten Lehrkräften an den Schulen, Anpassungsfähig an die Schüler (ob an Schüler mit Behinderung oder an schwangere Mädchen) und kostenloser Unterricht. Vor allem von dem letzten Aspekt sind Lateinamerika und die Karibik jedoch noch weit entfernt: Eltern müssen nicht nur einen monatlichen Beitrag leisten, sondern auch die Mittel aufbringen für Uniformen, Schulmaterial und Steuern, die die Schule selbst nicht zahlen kann. (adital/HL)