Brasilien |

Dilma Rousseff sagt Reise nach Washington vorerst ab

Die brasilianische Präsidenten Dilma Rousseff hat ihre für den 23. Oktober geplante Reise nach Washington vorerst abgesagt. Dies gab ein Sprecher der Regierung am Dienstag bekannt. Der Grund für diese Entscheidung sei die bisher unzureichende Aufklärung im Zusammenhang mit den Spionagevorwürfen durch die NSA. Im Juli war erstmals bekannt geworden, dass der US-Amerikanische Geheimdienst die Internetaktivitäten der brasilianischen Präsidentin überwacht hatte. Dies ging aus einem Bericht des Journalisten Glenn Greenwald hervor.

Vergangen Monaten erhob Greenwald außerdem den Vorwurf, dass auch Daten des brasilianischen ölkonzerns Petrobas von der NSA beobachtet wurden. Das brasilianische Staatsoberhaupt Dilma Rousseff forderte die Regierung von US-Präsident Barack Obama zu einer umgehenden Untersuchung der Vorwürfe auf. Diese sei aber laut der Regierung Brasiliens bisher nicht erfolgt. „In Anbetracht der nach wie vor fehlenden Investigation des Vorfalls und damit zusammenhängender Erklärungen, kann der Besuch der brasilianischen Präsidentin in Washington nicht wie geplant stattfinden“, hieß es in der Regierungserklärung.

Barack Obama zeugte sich hinsichtlich dieser Entscheidung verständnisvoll. Man habe zu Beginn dieser Woche in einem Telefongespräch gemeinsam den Entschluss gefasst, den Besuch Dilma Rousseffs in den USA bis auf weiteres zu verschieben, gab das Weiße Haus bekannt. Obama bedauere die Vorfälle und hoffe nach wie vor auf eine enge Zusammenarbeit mit Brasilien. Der Besuch Dilma Rousseffs wäre der erste eines brasilianischen Staatsoberhaupts seit 1995 gewesen. (aj)