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Die Zapatisten melden sich zurück

Zum Jahreswechsel machten die Zapatisten bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen auf sich aufmerksam. Die Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung (EZLN) verschwand vor gut eineinhalb Jahren mehr oder weniger aus dem öffentliche Leben. Die EZLN müsse sich der internen Organisation widmen, hieß es damals. Dass mit den Zapatisten aber nach wie vor zu rechnen ist, wurde bereits am 21. Dezember deutlich. Zum großen Zyklenwechsel im Maya-Kalender marschierten ca. 40.000 Mitglieder und Sympathisanten der Gruppierung verhüllt und schweigend durch die fünf größten Städte des südöstlich gelegenen mexikanischen Bundesstaats Chiapas. Sie erinnerten damit an das 15 Jahre zurück liegende Massaker in einer Tzotzil Gemeinschaft, bei dem 45 Menschen starben.

Sieg der PRI - ein von den Medien inszenierter Staatsstreich

Den 19. Jahrestag der Gründung der EZLN begingen die Mitglieder feierlich. Zahlreiche Mitglieder fanden sich in den dafür vorgesehen Zentren ein, um das neue Jahr mit Kultur- und Sportveranstaltungen zu begrüßen. Einschätzungen internationaler Medien zufolge habe das erneute Auftreten der Zapatisten in der öffentlichkeit mit der Präsidentschaft der PRI zu tun. Die Partei gilt als Erzfeind der linksgerichteten Gruppierung. Zum Jahresbeginn veröffentlichte die EZLN drei Verlautbarungen, in denen sie den Wahlsieg des neuen Präsidenten Enrique Peña Nieto als von den Medien inszenierten Staatsstreich bezeichnet.

Die EZLN trat erstmals am 1. Januar 1994 öffentlich in Erscheinung. Damals erhoben sich die Zapatisten mit ihrem Anführer Subcomandante Marcos im Namen der indigenen Völker Mexikos gegen die Herrschaft der PRI. Sie besetzten am Tag des Inkrafttretens des NAFTA-Abkommens mehrere Städte des Landes und erklärten der Regierung den Krieg. Nach einer zwölftägigen Auseinandersetzung wurde ein Waffenstilstand vereinbart. Seitdem verwalten die Zapatisten mehrere Gemeinden in Chiapas autonom und versuchen mit sozialen Initiativen die Lebensbedingungen der indigenen Bevölkerung in Mexiko zu verbessern. (aj)