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Die Schnee-Oma

Rio de Janeiro. Die Polizei in Rio de Janeiro hat binnen zwei Tagen zwei Rentnerinnen wegen Drogenhandels festgenommen. Am Mittwoch (16.12.) wurde eine 68-jährige Frau verhaftet, die den Drogenhandel im Stadtviertel "Cidade de Deus" (Stadt Gottes) kontrolliert haben soll. Am Donnerstag folgte die Verhaftung einer 69-Jährigen, die in der Peripherie der Millionenstadt Drogen verkaufte, wie brasilianische Medien berichteten. Sie sei im Stadtviertel als "Schnee-Oma" bekannt.

Denair Martins Goncalves soll den Drogenmarkt im Stadtviertel "Cidade de Deus" von ihrem Sohn "geerbt" haben, nachdem dieser zu einer Haftstrafe verurteilt wurde. Die 68-Jährige wurde laut Berichten am Sitz des Bürgervereins des Viertels festgenommen, wo sie als Bürgervertreterin arbeitete. Die Polizei schließe nicht aus, dass ihr Sohn aus dem Gefängnis weiter die Kontrolle über den örtlichen Drogenhandel ausübte. In seiner Zelle seien zwei Handys gefunden worden.

Am Donnerstagmorgen nahm die Polizei die 69-jährige Maria Jose da Silva im Stadtteil Nova Belem (Neues Bethlehem) fest. Sie hatte Medienberichten zufolge zehn Päckchen Kokain bei sich. Seit einem Jahr soll sie Kokain verkaufen. Ihre Tochter sei bereits wegen Drogenhandels angezeigt worden. Um ihre tatsächliche Einnahmequelle zu vertuschen, betrieb die Frau laut Bericht eine Trinkhalle, so die Polizei. Zudem solle sie die Drogenbande einer benachbarten Favela mit Kokain versorgt haben.

Die "Cidade de Deus" war Schauplatz des 2002 von Regisseur Fernando Meirelles gedrehten Films "City of God". Er schildert die Anfänge des Drogenhandels in den Favela-Slums von Rio.

Quelle: kna