Argentinien |

Die Libertad ist zurück im Heimathafen

Das militärische Segelschulschiff Libertad ist vor den Augen von tausenden Zuschauern am Donnerstag, 10. Januar, wieder in den Hafen von Mar del Plata zurückgekehrt. Zahlreiche Menschen nahmen an den Festlichkeiten zum Empfang des Schiffs teil. Die argentinische Präsidentin bezeichnete die Rückkehr der Libertad als Sieg. Sie nutzte den Moment und betonte noch einmal, dass ihre Nation sich nicht unter Druck setzen lasse: „Wir sind eine Regierung, die Druck von innen und außen gewöhnt ist. Sei es durch Macht oder Erpressung - wir werden nicht nachgeben“. Ihre Rede wurde von „Heute mehr, als je zuvor: Ja Zur Nation, Nein zur Kolonie“ –Rufen der Zuschauer begleitet.

Die Libertad wurde Anfang Oktober vergangenen Jahres im ghanaischen Hafen Tema von dem US-Amerikanischen Hedgefond Elliot Capital Management beschlagnahmt. Der Hedgefonds rechtfertigte diesen Schritt mit noch ausstehenden Schulden der argentinischen Regierung. Das Unternehmen war einer der Gläubiger, der nach dem Staatsbankrott Argentiniens im Jahr 2001 nicht auf seine Ansprüche verzichtete. Die Staatschefin wurde dazu aufgefordert, 20 Millionen der insgesamt 1,3 Milliarden ausstehenden US-Dollar bis Mitte Dezember 2012 zurückzuzahlen.

Cristina Kirchner hatte von Beginn an deutlich gemacht, dass sie nicht dazu bereit sei, auf diese Forderungen einzugehen. Sie bezeichnete die Gläubiger als Aasgeier. Die Entscheidung eines US-Amerikanischen Gerichts, dass die Summe tatsächlich fällig sei, nannte ihr Finanzminister Hernán Lorenzin "juristischen Kolonialismus". Argentinien scheute nicht davor zurück, bis vor den internationalen Seegerichtshof zu ziehen. Dort bekam die Regierung schließlich Ende 2012 Recht. Das Schiff könne nicht im Zusammenhang mit ausstehenden Schulden beschlagnahmt werden, da es zum Militär gehöre und somit Immunität besitze, hieß es in dem abschließenden Urteil. (aj)