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Die Hälfte aller Schulkinder wird gemobbt

51 Prozent der Schulkinder in Lateinamerika und der Karibik leiden unter Mobbing in Form von Diebstahl, Beleidigungen oder Schlägen. Dies geht aus einer jüngst veröffentlichten Studie der Organisation für Wissenschaft, Bildung und Kultur und der Vereinten Nationen (UNESCO) hervor. Die internationale Organisation hat in 16 Ländern der Region rund 90.000 Sechstklässler befragt. Die Hälfte der befragten Schüler berichtete von Gewalt oder Drohungen seitens ihrer Schulkameraden.

Nach Angaben der UNESCO gehört Diebstahl mit knapp 40 Prozent zu der häufigsten Form von Mobbing, gefolgt von Beleidigungen (26,6 Prozent) und körperlicher Gewalt (16,5 Prozent). Argentinische Schüler sind sowohl verbaler als auch physischer Gewalt am häufigsten ausgesetzt. Körperliche Gewalt erfahren Schüler außerdem besonders häufig in Ecuador und der Dominikanischen Republik. Verbale Gewalt tritt am zweitstärksten in Peru und am drittstärksten in Costa Rica auf. Kuba weist innerhalb der Region die niedrigste Mobbing-Rate auf.

Jungen leiden der internationalen Organisation zufolge häufiger unter dem Phänomen als Mädchen und in Städten wird öfter als auf dem Land gemobbt. Die Gewalt zwischen den Schülern sei ein gravierendes Problem in ganz Lateinamerika und sei auf dem Subkontinent auffällig stark verbreitet, heißt es in dem UNESCO-Bericht. Der Autor des Berichts Javier Murillo wies außerdem darauf hin, dass die Leistungsfähigkeit von Kindern, die gemobbt werden, deutlich nachließe.(aj)

Präsentation der Ergebnisse der Studie in Revista CEPAL (auf spanisch): www.eclac.cl