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Deutschland bricht sein Entwicklungshilfe-Versprechen

Paris. Zahlreiche Entwicklungshilfe-Geberländer werden ihre Versprechen für mehr Entwicklungshilfe in diesem Jahr nicht einhalten. Zu diesem Schluss kommt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in einem am Mittwoch in Paris vorgestellten Bericht. Auch große Geber wie Deutschland und Frankreich leisteten weniger Hilfe als 2004 beim G8-Gipfel in Gleneagles versprochen. So wird Afrika nach OECD-Angaben in diesem Jahr nur umgerechnet 8 Milliarden Euro mehr Hilfe erhalten, versprochen worden seien 2004 aber zusätzliche 16 Milliarden.

Allerdings erhielten die Entwicklungsländer 2010 Zuwendungen in Rekordhöhe. Die Entwicklungshilfe sei seit 2004 um 35 Prozent gestiegen. Laut Bericht versprachen 15 EU-Staaten und Mitglieder im OECD-Entwicklungshilfekomitee den Entwicklungsländern für 2010 etwa ein halbes Prozent ihres Nationaleinkommens. Deutschland werde das Versprechen mit 0,4 Prozent brechen, so der Bericht. Auch Frankreich, österreich, Portugal, Griechenland und Italien lägen unter der angekündigten Summe. Schweden dagegen rangiert vor Luxemburg, Dänemark und den Niederlanden mit über einem Prozent des Nationaleinkommens an erster Stelle.

Die meisten anderen Geberländer hielten sich an ihre Zusagen, so die OECD. Die USA habe sich zu einer Verdoppelung der Hilfen für Afrika südlich der Sahara zwischen 2004 und 2010 verpflichtet, Kanada zwischen 2001 und 2010. Australien wolle 2,7 Milliarden Euro beisteuern, Neuseeland bis 2012 etwa 400 Millionen. Auch Norwegen und die Schweiz seien "auf einem guten Weg, ihre Versprechen einzuhalten". Insgesamt entsteht laut OECD-Berechnungen eine Lücke von etwa 14 Milliarden Euro.

Der Vorsitzende des OECD-Entwicklungshilfekomitees, Eckhard Deutscher, rief alle Staaten auf, ihre Versprechen einzuhalten. Als Folge sei ansonsten zu erwarten, dass auch andere Länder weniger zahlten als versprochen.

Quelle: kna