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Deutscher gibt ecuadorianische Kulturgüter zurück

Durch eine außergewöhnliche Schenkung aus Deutschland hat Ecuador hunderte vorkolumbianische Kulturgüter zurückerhalten. Die 530 Objekte seien bereits Mitte Oktober 2019 in dem Andenland eingetroffen, berichtete zu Wochenbeginn erstmals die Nachrichtenagentur EFE vom Nationalen Institut für Kulturgüter (INPC) über den Glücksfall. "Wir wissen nicht wie, wann und von wo", so Joaquín Moscoso über die Umstände, wie die Kulturgüter zuvor illegal aus dem Land geschafft worden seien.

2015 habe sich der deutsche Josef Rettinger bei der ecuadorianischen Botschaft in Deutschland gemeldet, das Erbe seines verstorbenen Onkels enthalte archäologische Gegenstände, informiert EFE. Sein Verwandter habe laut Angaben von Rettinger von 1985 bis 2005 in Ecuador gelebt. Ohne juristische und finanzielle Schwierigkeiten, wie sonst üblich bei Rücküberführungen entwendeter Kulturgüter, habe der Erbe die Kunst den Behörden freiwillig übergeben. Vorherige Rückgaben, etwa von 4.000 Objekten aus Italien, hatten über eine halbe Million US-Dollar Kosten verursacht.

Unter den 530 Stücken seien viele Figuren aus unterschiedlichem Material, wie Keramik, Knochen, Glas, Metall und Muschelschalen. Die Herkunft der Werke wird Valdivia, Chorrera, Guangala, La Tolita, Jama Coaque, Bahía, Manteña, Milagro Quevedo und anderen präkolumbianischen Fundorten an der ecudorianischen Pazifikküste zugeordnet. Einige der Artefakte können auf mehr als ein Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung datiert werden. Die Kunstschätze lagern derzeit im INPC in Quito und werden dort von Fachleuten katalogisiert. (bb) 

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