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Deutsche Panzer für den Zuckerhut

Brasilianischen Medienberichten zufolge stehen Deutschland und Brasilien vor dem Abschluss eines 30-Millionen-Euro-Waffendeals. Für den katholischen Weltjugendtag im Juli in Rio de Janeiro mit Teilnahme des Papstes, Fußball-WM 2014 und die Olympischen Spiele 2016 soll für mehr öffentliche Sicherheit gesorgt werden. Dafür benötigten Brasiliens Streitkraft 34 „Gepard1A2“-Flugabwehrpanzer, berichten lokale Medien am Freitag, 12. April, unter Bezugnahme auf das brasilianische Verteidigungsministerium.

„Wir wollen mit allen Truppenteilen vorbereitet und gut ausgebildet sein, um mit dem neuen System für die Eröffnung und das Ende vom FIFA-Konföderationen-Pokal sowie den Besuch des Papstes arbeiten zu können und jeder Person im Stadion die Sicherheit garantieren“, erklärte Luftabwehr-Kommandant Marcio Roland Heise. Der Vertrag liege schon in den Schubladen, gab das Militär die kurz bevorstehende Vertragsunterzeichnung bekannt. Neben der Lieferung der 34 von der Bundeswehr außer Dienst gestellten Panzer kümmere sich die deutsche Armee auch um die Wartung des Kriegsgeräts sowie Ausbildung brasilianischer Soldaten.

Die Gepard-Panzer wiegen 47,5 Tonnen, sind 7,7 Meter hoch und 3,7 Meter lang. Sie sind mit zwei 35-Milimeter-Kanonen und einem Radarsystem ausgestattet. Laut Herstellerangaben können Ziele in bis zu 5,5 Kilometer Höhe abgeschossen werden, doch in Brasilien werde nur eine Höhe bis zu drei Kilometern zur Anwendung kommen. „Die Panzer wurden mit neuen Radars und Computersystemen umgebaut“, so Heise. Während der Großveranstaltungen würde das Kriegsgerät in „strategischen Orten“ und nicht für die Öffentlichkeit sichtbar zum Einsatz kommen.

Kritik an deutschen Rüstungsexporten in alle Teile der Welt kam zuletzt von Deutschlands Kirchen. In ihrem jährlichen Rüstungsexportbericht Ende 2012 hatte die Gemeinsame Kommission Kirche und Entwicklung (GKKE) die zunehmenden Waffenexporte Deutschlands gebrandmarkt. 2011 habe Berlin Waffenlieferungen an 64 Länder genehmigt, deren Menschenrechtslage vom Internationalen Konversionszentrum Bonn (BICC) als „sehr bedenklich“ eingestuft wurden. GKKE-Vorsitzender Prälat Karl Jüsten zufolge halte sich die Bundesregierung „nicht an die eigenen restriktiven Maßstäbe“ und ordne die „Einhaltung der Menschenrechte immer wieder anderen Interessen unter“. (bb)