Kolumbien |

Deutsch-Französischer Menschenrechtspreis für Konfliktopfer

Preisträgerin Jahel Quiroga Carrillo von der Menschenrechtsorganisation Reiniciar. Foto: Tobias Käufer
Preisträgerin Jahel Quiroga Carrillo von der Menschenrechtsorganisation Reiniciar. Foto: Tobias Käufer

Die Menschenrechtsorganisation Reiniciar (Neustart) ist am Donnerstag Ortszeit in der Hauptstadt kolumbianischen Bogotá mit dem Deutsch-Französischen Menschenrechtspreis "Antonio Narino" ausgezeichnet worden. Übergeben wurde der zum insgesamt fünften Mal verliehene Preis im Rahmen einer kleinen Feierstunde von den Botschaftern der beiden Länder.

Gewürdigt wurde die Arbeit der Organisation für eine Aufarbeitung der Menschenrechtsverbrechen an der sozialistischen Partei Union Patriotica, aus deren Reihen in den 1980er Jahren zahlreiche Politiker und Aktivisten ermordet wurden. "Für unsere Arbeit ist das ein wichtiger Schritt, denn internationale Anerkennung hilft uns, dass diese Verbrechen nicht in Vergessenheit geraten", sagte Direktorin Jahel Quiroga Carrillo Blickpunkt Lateinamerika in Bogotá. Verbunden mit der Auszeichnung ist auch eine Reise nach Frankreich und Deutschland, auf der die Arbeit der Preisträger vorgestellt werden soll.

Angela Maria Giraldo Cadavid, Schwester des von der FARC zunächst entführten und dann hingerichteten Politikers Francisco Giraldo, nahm eine Auszeichnung stellvertretend für die von den Vereinten Nationen, der katholischen Kirche und der Universität Nacional ausgesuchten 60 Opfer entgegen, die bei den Friedensverhandlungen zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC in der kubanischen Hauptstadt Havanna teilnehmen, um dort aus der Sicht der Opfer über die Konsequenzen des bewaffneten Konfliktes zu berichten.

"Die deutsch-französische Geschichte zeigt, dass es möglich ist, tiefe Gräben und Hass zu überwinden und gemeinsam eine neue, friedliche Zukunft aufzubauen. Was die Menschen in Deutschland und Frankreich nach dem zweiten Weltkrieg geschafft haben, ist auch für Kolumbien ein Ansporn", sagte Giraldo Blickpunkt Lateinamerika.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde das Friedensdorf San José de Apartado für den Einsatz für die Menschenrechte inmitten des bewaffneten Konfliktes. Die Einwohner des Dorfes hatten sich nach zahlreichen Massakern verübt durch die kolumbianische Armee und der linksgerichteten Guerilla-Organisation FARC zur konfliktfreien Zone erklärt. (TK)