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Der Papst stellt sich hinten an - Die erste Woche der Amazonas-Synode

Seit mehr als einer Woche tagt die Amazonas-Synode im Vatikan. Die Themen: Umweltschutz, Seelsorge und Frauen in der Kirche. Papst Franziskus hält sich bisher zurück. 

Amazonasbecken, Adveniat, Jürgen Escher

Ein Plausch mit Papst Franziskus in der Kaffeepause ist selten - selbst für die rund 300 Teilnehmer der derzeitigen Bischofssynode zu Amazonien. Hin und wieder wird das aber doch möglich. Dann geht es auch mal um Persönliches, im Hintergrund aber immer um "neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie", wie die Aufgabe des Treffens formuliert ist. Nach der Auftaktmesse am 6. Oktober ging es tags drauf in der vatikanischen Synodenaula an die Arbeit - zunächst drei Tage im Plenum, dann zwei Tage Austausch in Kleingruppen, zuletzt wieder Plenum.

In der ersten Synodenwoche deckten die Vortragenden ein breites Themenspektrum ab, wobei sich einige Schwerpunkte abzeichneten. Oft kamen Umweltzerstörung in der Amazonasregion und deren Auswirkungen zur Sprache. Bei diesem Thema waren sich die Teilnehmer im Plenum und den Sprachzirkeln dem Vernehmen nach einig. Immer wieder wurde auch nach neuen Wegen in der Seelsorge gesucht - angesichts von Priestermangel und riesigen, oft unwegsamen Gebieten. Respekt vor den indigenen Einwohnern war ein weiteres durchgehendes Thema.

Die Frage der Frauen

Zum Thema "viri probati" - einer möglichen Zulassung bewährter verheirateter Männer zum Priesteramt - gab es unterschiedliche Meinungen. Etliche, wie der frühere Amazonasbischof Erwin Kräutler, befürworten eine solche Ausnahmeregelung in der Region, ohne den Zölibat generell aufheben zu wollen. Andere sind skeptischer. Vor allem für konservative Kreise, auch außerhalb der Synode, ist dies ein rotes Tuch.

Eine Stärkung der Rolle von Frauen in der Kirche, die in der Amazonasregion oft Gemeinden leiten, wurde in der ersten Synodenwoche ebenfalls angesprochen. Hin und wieder fiel das Stichwort Frauendiakonat. Zudem forderten einige ein Stimmrecht von Ordensfrauen bei der Abstimmung über das Schlussdokument. Dort sind bisher nur die 185 Synodenväter, Bischöfe, Ordenspriester sowie ein Ordensbruder, stimmberechtigt. Gegen Ende der ersten Woche dämpften Teilnehmer Erwartungen, dass sich ein Frauenstimmrecht noch beim laufenden Bischofstreffen einführen lasse.

Die große Herausforderung wird sein, alles für das Schlussdokument zu bündeln. Dieses soll am 21. Oktober vorgestellt und danach diskutiert werden. Eine Schlussfassung wird am 25. Oktober in der Aula präsentiert und am Folgetag zur Abstimmung gestellt. Ob der Text veröffentlicht wird, entscheidet der Papst.

Zurückhaltung von Papst Franziskus

Franziskus hält sich bei der Synode mit Redebeiträgen zurück; neben der Eröffnungsrede, in der er sich explizit gegen eine Diskriminierung von Indigenenvertretern in der Kirche wandte, resümierte er lediglich am Mittwoch seine bisherigen Eindrücke. Das Kirchenoberhaupt will auch sonst keine Sonderbehandlung: In den Kaffeepausen bei der Synode stellt sich der Papst wie alle anderen hinten an, wie der deutsch-brasilianische Bischof Johannes Bahlmann berichtete.

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