Chile |

Demos für Muttersprache

Anlässlich des diesjährigen „Internationalen Tages der Muttersprache“ der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) sind in Chile diverse Organisationen für die Stärkung indigener Sprachen auf die Straße gegangen. Aufgerufen zu Straßenmärschen, Versammlungen und Konferenzen hatte das Bündnis „Netzwerk für Rechte in Bildung und Sprache indigener Völker Chiles“ (Red DELPICH), so lokale Medienberichte.

Einer DELPICH-Erklärung zufolge solle die chilenische Regierung „durch die Unterzeichnung internationaler Verträge entstandene Verpflichtungen für die Rechte Indigener und ihrer Sprachen“ endlich einhalten. Dringend geboten sei darum die Verabschiedung eines Gesetzes über sprachliche Rechte. Gefordert wird die Anerkennung von Mapuche als nationale und offizielle Landessprache, bilingualen Sprachunterricht und Lehrerausbildung mit multikultureller Spezialisierung.

Bei der „Zweiten Nationalen Mobilisierung für Mapudungún“ gingen in der südlichen Aracaunía-Region Mapuche-Organisationen auf die Straße. Für die Förderung der Mapuche-Sprache müsse genauso viel Steuergeld zur Verfügung gestellt werden wie für Spanisch. „Der Mensch hat die Fähigkeit zu sprechen, was eine kreative Fähigkeit ist. Und dass den indigenen Völkern dieses Recht nicht zugestanden wird ist eine gravierende Verletzung der menschlichen Würde“, macht DELPICH-Mitbegründerin Elisa Loncón auf das „Problem der Menschenrechte“ aufmerksam.

Auch die Universität von Santiago (USACH) hält die Wiederbelebung indigener Sprachen in Chile durch öffentliche Politiken für unverzichtbar. Angesichts der langsamen Anerkennung indigener Völker in Chile sei dies jedoch noch immer »schwierig«. Der Tag der Muttersprache wurde 1999 von der UNESCO eingeführt. Gewidmet ist der globale Aktionstag den Pakistanern Abul Barkat, Rafiquddin Ahmed und Shafiur Rahman, die am 21. Februar 1952 auf einer Demonstration für die Anerkennung der Bangla-Sprache auf offener Straße erschossen wurden. (bb)