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Demonstrationen wegen mehrtägiger Stromausfälle

Teure Stromtarife, verkehrte Rechnungen und mehrtägige Stromausfälle nach starken Regenfällen am 27. Mai führten in Nicaragua zu Protesten der Bevölkerung gegen den spanischen transnationalen Stromversorger Gas Natural Fenosa. In mehreren Vierteln der Hauptstadt Managua wie auch in den Provinzen kam es zu Stromabschaltungen.

So demonstrierten Einwohner des Viertels Colonia Miguel Gutiérrez mit Unterstützung des Verbraucherschutzinstituts INDEC am 29. Mai in Managuas Straßen gegen die Stromausfälle. Die Bewohner waren drei Tage lang ohne Strom geblieben. Ursache sei ein beschädigter Transformator gewesen. Fenosa habe bisher nicht einmal versucht, den Schaden zu beheben, so die Einwohner. Auch in dem dicht bevölkerten Viertel "La Luz” waren die Einwohner drei Tage wegen eines kaputten Transformators ohne Strom geblieben und protestierten.

500.000 Haushalte ohne Strom

Insgesamt waren rund 500.000 Haushalte von den Stromausfällen betroffen. Der Präsident des staatlichen Energieunternehmens (ENEL), Ernesto Martínez Tiffer, rief am 30. Mai den Konzern Fenosa dazu auf, dass dieser "in seine Kraftwerke investiert, denn die Bevölkerung bezahlt für diesen Service und es kann nicht angehen, dass sie nach ein paar kleinen Windböen im Dunkeln sitzen muss".

Kleinunternehmer, deren Waren durch die fehlende Kühlung verdorben sind, fürchten, dass sie keine Entschädigung für ihre Verluste erhalten. Die Stromversorgung war im Jahr 2000 unter der Regierung von Arnoldo Alemán privatisiert worden. (bh)

Quelle: Adital