Haiti |

Demonstranten fordern Rücktritt Martellys

In der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince sind am Montag, 18. November 2013, zum wiederholten Mal zahlreiche Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Regierung des Landes zu protestieren. Sie werfen dem Präsidenten Michel Martelly vor, sich nicht an seine Wahlversprechen, die drängenden sozialen Probleme des Landes in den Griff zu bekommen, gehalten zu haben. Das Land gehört nach wie vor zu den ärmsten der westlichen Hemisphäre. Weiterhin demonstrieren die Haitianer gegen die steigenden Lebenshaltungskosten und die ausufernde Korruption in dem Inselstaat. Es hat in der Vergangenheit immer wieder Gerüchte gegeben, dass Martelly ausufernde Korruption betreibt und illegale Gelder wäscht.

Die Proteste vom Montag sind die größten, seit die Demonstrationen gegen Martelly begonnen haben. Tausende Menschen demonstrierten in der Hauptstadt. Sie blockierten Straßen mit Barrikaden und setzten Autoreifen in Brand. Vereinzelt warfen Protestanten mit Steinen auf Polizisten. Diese reagierten mit dem Einsatz von Tränengas, um die Menge unter Kontrolle zu bringen. „ Wir sind hier, um den Rücktritt von Präsident Martelly zu erzwingen, und wir werden nicht aufhören, bis er sein Amt niedergelegt hat“, sagte ein Demonstrant gegenüber der Presse. Es wurde auch eine kleinere Pro-Martelly Demonstration organisiert.

Martelly seinerseits rief die Demonstranten zur Ruhe und zur Einheit auf. Bei einer Ansprache am Gedenktag der haitianischen Unabhängigkeit unterstrich er die Wichtigkeit eines vereinten Haitis, um die Krise des Landes zu überwinden. „Hätten wir im Jahr 1804 nicht zusammengehalten, dann gäbe es heute kein unabhängiges Haiti“, so das Staatsoberhaupt des Landes. Der ehemalige Popstar trat das höchste Amt im Staat vor zwei Jahren an und versprach nach dem verheerenden Erdbeben von 2010 einen Neuanfang. (aj)